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Kaarst: L 390 – ein Unfallschwerpunkt?

Kaarst : L 390 – ein Unfallschwerpunkt?

Auf der L 390 hat es innerhalb von acht Tagen zwei schwere Motorradunfälle gegeben. Ein Kradfahrer wurde tödlich, ein weiterer lebensgefährlich verletzt. Die Polizei hält gefährliche Ecken im Straßennetz ständig im Blick.

Für einen 51 Jahre alten Mann aus Kaarst endete die Fahrt auf der L 390 in der vergangenen Woche — am Kirmesmontag — tödlich. Wie die Polizei an jenem Tag mitteilte, war der Motorradfahrer mit seiner Yamaha gegen 14 Uhr auf der Neersener Straße in Richtung Willich unterwegs. Eine Autofahrerin kam in der Gegenrichtung auf ihn zu. Die Frau wollte nach links in die Büttgener Straße abbiegen. Dabei kam es zum Zusammenstoß. Der 51-Jährige starb noch an der Unfallstelle.

Die Stelle, an der der tödliche Unfall am Kirmesmontag geschah. Foto: Polizei

Vorgestern dann eine Nachricht mit einem ähnlich tragischen Ausgang: Ein 58 Jahre alter Autofahrer ist gegen Mittag aus Richtung Willich in Fahrtrichtung Kaarst unterwegs — ebenfalls auf der L 390. In Höhe der Einmündung zum Parkplatz "Schiefbahner See" will er nach links abbiegen. Dabei touchiert er einen Motorradfahrer, der mit seinem Krad auf der Gegenfahrbahn in gleicher Richtung unterwegs ist und plötzlich neben dem Auto auftaucht. Das Motorrad wird vom Fahrzeug berührt, der Fahrer stürzt zu Boden und verletzt sich lebensgefährlich.

Zwei Unfälle innerhalb einer Woche, an fast derselben Stelle: Für Außenstehende, die die Details nicht kennen, sehe das womöglich nach einer problematischen Verkehrssituation aus, sagt Hans-Willi Arnold, Sprecher der Kreispolizeibehörde Neuss. Entscheidend für die Beurteilung, ob ein Unfallschwerpunkt vorliegt oder nicht, seien aber allein die Unfallursachen: "Und die", sagt Arnold, "sind in diesen beiden Fällen völlig unterschiedlich."

Entstehen können gefährliche Ecken auf städtischen, Landes- oder Bundesstraßen wohlgemerkt schnell, zum Beispiel durch Baustellen auf der Autobahn. Dann nämlich werden die Nebenstraßen viel stärker genutzt. Damit der Polizei keine problematische Entwicklung in Sachen Straßenverkehr entgeht, wird für jeden Unfall im Kreis eine eigene elektronische Akte angelegt.

Die Auswertung übernimmt die Direktion Verkehr. Häufen sich an einer bestimmten Stelle innerhalb eines bestimmten Zeitraums die Vorfälle, nimmt diese die sogenannte Unfallkommission in den Blick. Dort sitzt die Polizei wie zum Beispiel auch der Landesbetrieb Straßen mit am Tisch. Für das Jahr 2011 wurden in Kaarst auf diese Weise drei wirkliche Unfallschwerpunkte ausgemacht: in Büttgen am Knotenpunkt L 381/K37, in Kaarst im Bereich A 52/am Kirmesplatz und an der Ecke Neusser Straße/Girmeskreuzstraße.

(NGZ/rl)