Kaarst: Kunstverein feiert Zehnjähriges

Kaarst: Kunstverein feiert Zehnjähriges

Zum Fest im Mai wird das aktuelle Projekt - das Trafohäuschen im Vorster Wald - allerdings noch nicht fertig sein.

Er war vor zehn Jahren gegründet worden, der "Förderverein Kaarst am Bodendenkmal Nordkanal". Mittlerweile lautet der Vereinsname schlicht "Kunstverein Nordkanal". Am 18. Mai 2008 war das bislang umstrittenste Projekt eingeweiht worden, die "Brücken über den Nordkanal" von Wilhelm Schiefer. Als das imposante Kunstwerk fertiggestellt war, sollte die Kritik jedoch schnell abebben. Im Mai wird der Verein sein Jubiläum genau dort feiern. Das aktuelle Projekt "Trafohäuschen" wird aber noch nicht präsentiert werden können.

Markus Albiez ist seit zehn Jahren Vorsitzender des Vereins und er zieht eine positive Bilanz: "Wir sind angekommen, werden wahrgenommen." Als Beweis zeigt der 54-Jährige das neueste Jahrbuch des Kreisheimatbundes - auf der Rückseite sind die "Brücken über den Nordkanal" zu sehen, innen werden auf knapp zehn Seiten alle Projekte vorgestellt. Wie das Jubiläum genau gefeiert werden soll, stehe noch nicht fest: "Es wird voraussichtlich einen Festredner geben, Musik, Verköstigung und ein Rahmenprogramm", kündigt Markus Albiez an. Klar ist aber, dass die bestehenden Projekte auf Hochglanz gebracht und mit einem QR-Code versehen werden - neben der Großplastik von Wilhelm Schiefer die rosafarbene Waldarbeiterhütte und der Ampelnistkasten.

Foto: Albiez
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Woran liegt es, dass das Trafohäuschen am Rande des früheren Sportplatzes im Vorster Wald noch kein Anziehungspunkt geworden ist? Markus Albiez, seit der Vereinsgründung vor zehn Jahren Vorsitzender, nennt als einen Grund "Fledermäuse, die wir von März bis Oktober in Ruhe lassen müssen". Diese Zeit wird genutzt um unter anderem zu klären, wie man am besten die runden "Bullaugen" in das rote Klinkerhäuschen kriegt, ohne dass Ziegelsteine wegplatzen. "Das Konzept für das Trafohäuschen wird hohe Anforderungen an den Betrachter stellen, weil er sich über Ausschnitte dem Kunstwerk nähern muss. Innen soll alles mit weißer Farbe gestrichen werden, und es sollen wechselnde Exponate gezeigt werden: Der Interessierte wird also immer mal wieder schauen, ob sich in dem Häuschen was getan hat. Es wird von innen beleuchtet, aber nicht betretbar sein. Marina Dimitrijevic könnte die Erste sein, von der im Trafohäuschen ein Objekt zu sehen ist. Sie ist Meisterschülerin von Tony Cragg - von dem Tony Cragg, von dem der Verein eine Skulptur kaufen und am Nordkanal platzieren wollte, was aber aus Kostengründen nicht gelang. Markus Albiez sieht es positiv: "Unsere Kontakte haben immerhin dazu geführt, dass vor rund fünf Jahren Modelle seiner Skulpturen in der Galerie Splettstößer gezeigt werden konnten." Und er erzählt von neuen Plänen: "Wir haben erste Kontakte geknüpft zum Nordkanalverein in Neuss und zum Kunstverein der Neusser Nordstadt - vielleicht machen wir Drei mal ein gemeinsames Projekt, an der Kaarst-Neusser Stadtgrenze, direkt am Nordkanal."

(NGZ)