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Kaarst: Kreis gibt Geld für Pumpen

Kaarst : Kreis gibt Geld für Pumpen

Das geplante Modell zur "Kappung der Grundwasserspitzen" wird vom Rhein-Kreis mitfinanziert. In Kaarst könnte eine Pumpen-Lösung die seit Jahren diskutierte Entschlammung des Nordkanals überflüssig machen.

Das geplante Modell zur "Kappung der Grundwasserspitzen" wird vom Rhein-Kreis mitfinanziert. "Wir werden uns an den Investitionskosten mit zehn Prozent beteiligen", fasst Landrat Hans-Jürgen Petrauschke das Sitzungsergebnis der Kreisgrundwasserkommission zusammen. Wichtig ist ihm dabei, dass die dafür erforderliche Summe von 220 000 Euro jederzeit abrufbar sei. "Wir haben seinerzeit eine Rücklage gebildet und das Geld angespart", sprach Petrauschke den Konsens im Kreistag an.

Bürgerbefragung

"Kappung der Grundwasserspitzen" bedeutet, dass in Regen-Spitzenzeiten mit Hilfe von Pumpen Grundwasser entnommen wird, um den Grundwasserspiegel zu senken. Für Hauseigentümer heißt das im Idealfall: weniger nasse Keller. Doch bevor das Grundwasser-Modell in die Umsetzung gehen kann, sind jetzt mit Kaarst und Korschenbroich die Städte gefordert, eine Bürgerbefragung vorzunehmen. In welcher Form, will der Landrat den Städten überlassen. Wichtig, sagt er, sei hingegen eine verbindliche Zusage der Menschen, die sich sowohl an den Investitionskosten (2,2 Millionen Euro) für die Brunnen wie auch an den jährlichen Betriebskosten (rund 190 000 Euro) zu 70 beziehungsweise 80 Prozent zu beteiligen hätten. "Als Partner haben wir den Städten den Erftverband empfohlen."

Von der Kappung der Grundwasserspitzen – kommt es zur Modellumsetzung – sollen künftig 1000 Hauseigentümer profitieren: 900 in Korschenbroich, 100 in Kaarst. Zum Hintergrund: Beteiligen sich 1000 Hauseigentümer, zahlt jeder pro Jahr 152 Euro. Beteiligen sich 50 Prozent, erhöht sich die Summe entsprechend auf 304 Euro.

In Korschenbroich käme hier die seinerzeit vom Stadtrat beschlossene 80:20-Regelung zum Zuge. Diese Regelung gilt auch für die Investitionssumme zum Bau der Brunnenstandorte. Hier stehen die Stadt für 20 Prozent der Kosten und der Rhein-Kreis für zehn Prozent ein. Der Bürgeranteil liegt damit bei 1,54 Millionen Euro. In Kaarst wurde über eine Finanzierung einer Pumpen-Lösung, die zum Beispiel die seit Jahren diskutierte und unterm Strich teurere Entschlammung des Nordkanals überflüssig machen könnte, noch nicht entschieden.

Petrauschke sprich von einer freiwilligen Leistung der Bürger, die anderswo – in Herrenshoff und Raderbroich – bereits funktioniere. Wann mit dem Modell gestartet wird, lässt er als Vorsitzender der Kommission offen: "Ich will das Umfrageergebnis nicht beeinflussen. Aber wenn mir als Betroffener ein trockener Keller garantiert wird, dürften dafür pro Jahr 152 Euro doch nicht wirklich zu viel sein." Dass sich der Kreis an den Betriebskosten beteiligt, ist nicht vorgesehen.

(NGZ)