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Kaarst: Konzepte für viertes Seniorenheim

Kaarst : Konzepte für viertes Seniorenheim

Im Sozialausschuss präsentierten sechs interessierte Betreiber und Investoren ihre Pläne für ein Pflege-, Betreuungs- und Wohnangebot für Senioren im Baugebiet "Alte Heerstraße/Broicherdorfstraße".

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Im Sozialausschuss stellten jetzt sechs interessierte Betreiber beziehungsweise Investoren ihre Pläne für ein Pflege-, Betreuungs- und Wohnangebot für Senioren im Baugebiet "Alte Heerstraße/Broicherdorfstraße" vor. Von den drei zurzeit vertretenen Trägern im Stadtgebiet wären lediglich die Johanniter daran interessiert, ein weiteres Haus zu führen. Die Vorstellungen erfolgten alphabetisch, als erster war der frühere Fußball-Nationalspieler Paul Breitner von der Projektentwicklung Breitner & Lotz in Velbert an der Reihe.

"Das lange und schmale Grundstück ist nicht unbedingt leicht zu entwickeln", erklärte Breitner, der allein im Kreis Mettmann sieben Senioreneinrichtungen errichtet hat. 80 klassische Pflegeplätze, zehn bis 12 Tagespflegezimmer und 30 Wohungen für Betreutes Wohnen gehören zum Konzept, ebenso wie ein öffentlich zugängliches Restaurant. Das Motto lautet: "So viel Selbstständigkeit wie möglich, so viel Betreuung wie nötig."

Das Konzept von Hochtief Solutions erläuterte Benjamin Röhrborn. Hier stehen die Hausgemeinschaften im Vordergrund, es gelte "das Nomalitätsprinzip". Die Senioren könnten sich ihren Fähigkeiten entsprechend einbringen, beispielsweise in der Küche. Gerd Janssen von Hout Consens in Straelen baut die Häuser, die die Johanniter dann betreiben. Ziel sei es, den Senioren das Gefühl eines sinnvollen Lebens zu vermitteln. Zu den besonderen Ideen gehört ein Mehrgenerationen-Garten. Cafir Sagir aus Bielefeld hat unter anderem ein Seniorenzentrum in Krefeld errichtet. Sein Kredo: "Das Haus muss ein herrschaftliches Gebäude sein, darf nicht wie eine Schule oder ein Bürogebäude aussehen." Udo Vettermann von Kursana, einer Gesellschaft, die 116 Häuser für Senioren im In- und Ausland betreibt, sprach angesichts großzügiger Ausstattung von einer "Komfortpflege". Es werde in Kaarst eine eigene Demenzabteilung geben.

Besonders selbstbewusst trat Thilo Spychalski von den Augustinuskliniken in Neuss auf. "Wir sind nicht nur Betreiber und Investor, sondern können auch auf die Facharztkompetenz in unserem Unternehmen zurückgreifen", sagte Spychalski. Auch er geht wie seine Mitbewerber von rund 80 zusätzlichen Plätzen aus, zuzüglich Betreutes Wohnen "und Tagespflege, wenn es sich denn rechnet". Spychalski ließ viele Fragen offen. Beispielsweise die, ob es ratsam sei, das neue Haus als besonders günstig oder als eher hochpreisig zu positionieren.

So wenig er sich auch zu Details äußerte, in einem Punkt sprach er Klartext: "Das Grundstück, auf dem die Albert-Schweitzer-Schule steht, ist das wesentlich attraktivere Grundstück." Spychalski regte an, "das Schulgebäude zu entfernen" und das gut 6000 Quadratmeter große Areal, das für eine Senioreneinrichtung freigehalten wird, für allgemeine Wohnzwecke zu nutzen. Die Alternativen und Anregungen werden jetzt zunächst in den Fraktionen diskutiert.

(NGZ)