Konverterdiskussion: Stadt Kaarst kritisiert Bundesnetzagentur

Diskussion um Konverter in Kaarst : Stadt kritisiert Bundesnetzagentur

Die Behörde schließe sich vorgeschlagenen Konverterstandorten prüfungslos an.

Amprion macht Ernst – und die Stadt Kaarst bekräftigt ihre Kritik: Mit den nun bei der Bundesnetzagentur eingereichten Unterlagen zum Trassenkorridor A-Nord hat sich Netzbetreiber Amprion festgelegt: Der Konverter soll auf die Kaarster Dreicksfläche oder an die Stadtgrenze Kaarst/Osterath gebaut werden.

Damit greift Amprion aus Sicht der Stadt Kaarst der ausführlichen Beantwortung noch offener Fragen zur Bevölkerungs-Gefährdung oder zu Emissionen vor. „Die Beschränkung auf diese Standorte ist weder nachvollziehbar noch berücksichtigt sie zum jetzigen Zeitpunkt in ausreichender Weise die Interessen der betroffenen Kommunen. Wir verschließen uns nicht der Energiewende. Wenn diese jedoch einseitig auf Kosten der Kaarster Bürger geleistet werden soll, können wir dies nicht akzeptieren“, kritisiert Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus. Denn nicht nur Amprion hat sich festgelegt. Auch die Bundesnetzagentur schließt sich durch die Festlegung des Untersuchungsrahmens und der Vorauswahl von fünf möglichen Konverter-Standorten der Bewertung des Amprion-Gutachtens an. Nienhaus kann dies nicht nachvollziehen: „Mehrfach haben die Städte Kaarst und Meerbusch, der Regionalrat, der Landrat und auch die Bezirksregierung auf Unzulänglichkeiten des Gutachtens hingewiesen. Die Bundesnetzagentur übergeht mit der Bundesfachplanung diese Hinweise und gibt den allenfalls theoretischen Hinweis, weitere Standorte könnten noch geprüft werden.“ Die nun von Amprion über die Trassenplanung favorisierten Standorte stellen nach Ansicht der Bürgermeisterin einen erheblichen Eingriff in die Natur und eine Belastung für die Bevölkerung dar. Denn auch die 380-kV-Leitung wird Kaarst queren. Die zwischenzeitliche Prüfung einer möglichen Klage gegen dieses Vorhaben habe jedoch gezeigt, dass die Stadt in ihren eigenen Rechten nicht betroffen ist und somit keine Erfolgsaussichten für die Aufrechterhaltung bestanden hätten. Auch aus der Bürgerschaft bildet sich Widerstand. So kämpft die Initiative „Kein Doppelkonverter in Kaarst und Neuss“ gegen die Pläne Amprions. Jüngst wandten sich die Mitglieder in einem offenen Brief an die Fraktionen.

(jasi)
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