Kaarst: Konverter: Regionalplan-Änderung möglich

Kaarst: Konverter: Regionalplan-Änderung möglich

Die Bezirksregierung hat bestätigt, dass im Zusammenhang mit der Standortsuche für einen Stromkonverter eine Änderung der im Regionalplan vorgesehenen Nutzung bestimmter Flächen machbar ist - theoretisch jedenfalls.

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für den geplanten Stromkonverter haben Vertreter des Netzbetreibers Amprion gestern ein Gespräch im Kaarster Rathaus geführt. "Der Termin war planmäßig, Amprion spricht derzeit mit allen beteiligten Kommunen", sagt Bürgermeister Franz-Josef Moormann. Grundsätzlich, so der Verwaltungschef, sei es dabei noch einmal um einen Standpunktaustausch gegangen. "Ich habe Amprion den Inhalt des ablehnenden Beschlusses unseres Stadtrats, den ich in seiner Endfassung übrigens vom gesamten Rat, auch vom Fünferbündnis, getragen sehe, erläutert und erklärt, welche Gesichtspunkte bei der Standortsuche aus Kaarster Sicht berücksichtigt werden müssen." Derzeit, sagt Moormann, gebe es vonseiten des Netzbetreibers noch viele Informationslücken. Und: "So lange ich keine Informationen habe, gebe ich auch keine Stellungnahme zu irgendeinem Standort ab."

Auf Kaarster Stadtgebiet ist in der vergangenen Woche eine Fläche im Dreieck zwischen A 57, Bahnlinie und Badendonker Straße, an der Stadtgrenze zu Büderich, besonders in den Fokus gerückt. Ursprünglich 19 mögliche Standortbereiche hatte Amprion vor gut vier Wochen präsentiert, darunter drei auf Kaarster Stadtgebiet. Bei der Präsentation vor den Vertretern der Kommunen und des Kreises stellte die Kreisverwaltung die Frage, warum Amprion dieses vierte, als Abgrabungsgelände gekennzeichnete Areal nicht weiter untersucht habe. Der Regionalplan, heißt es, sei notfalls änderbar. Die Bezirksregierung Düsseldorf bestätigt das. Derzeit liege noch kein Antrag seitens der Firma Amprion hinsichtlich einer Standortanfrage für einen Stromkonverter vor, sagte gestern eine Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. Die in Rede stehende Fläche an der Stadtgrenze zwischen Meerbusch-Büderich und Kaarst sei laut derzeitig gültigem Regionalplan als allgemeiner Freiraum- und Agrarbereich, als Bereich zum Schutz der Landschaft und landschaftsorientierten Erholung sowie als regionaler Grünzug gekennzeichnet. "Der überwiegende Teil", so die Sprecherin weiter, "ist darüber hinaus als Bereich zur Sicherung und Abbau oberflächennaher Bodenschätze dargestellt. Daher würden die Ziele der Firma Amprion nicht den Zielen der Raumordnung und Landesplanung entsprechen." Theoretisch, so die Sprecherin weiter, bestehe aber die Möglichkeit eines Raumplanänderungsverfahrens. "Dies kommt allerdings erst dann in Betracht, wenn kein mit den Zielen der Raumordnung raumverträglicher anderer möglicher Standort gefunden werden kann."

Unter allen vier in Betracht gezogenen Standorten auf Kaarster Stadtgebiet hält Jochen Thiel von der "Initiative gegen den Konverter Kaarst/Büttgen/Bauerbahn" das 18 Hektar große Dreiecksgrundstück an der Grenze zu Meerbusch für "auf den ersten Blick am geeignetsten". Die Wohnbebauung an der Karlsforster Straße, sagt er, sei an dieser Stelle immerhin circa zwei Kilometer entfernt. "Alle drei anderen Standorte sind wegen der Nähe indiskutabel." Die Initiative schlägt grundsätzlich einen Standort im Braunkohletagebaugebiet vor.

(NGZ)
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