Kaarst: Konverter: Amprion hat Dreiecksfläche gekauft

Kaarst: Konverter: Amprion hat Dreiecksfläche gekauft

Nun ist es offiziell: Der Stromnetzbetreiber Amprion hat einen "Großteil" des favorisierten Grundstücks für den Konverter-Bau - die sogenannte Kaarster Dreieckfläche - vom Auskiesungsunternehmen ACL gekauft.

Amprion hatte die Dreiecksfläche im Dezember 2014 als seinen Standortfavoriten für den Konverter benannt. Im Vergleich zu allen anderen untersuchten Flächen - etwa in Meerbusch und in Dormagen-Gohr - weist die Dreiecksfläche den größten Abstand zur geschlossenen Wohnbebauung auf, lautete die Begründung. Im Idealfall, so erklärt Bouillon den möglichen Fahrplan, könnte Ende nächsten Jahres schon ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden.

Um die Dreiecksfläche für den Konverter nutzen zu können, muss Amprion Einfluss auf den Regionalplan nehmen. Denn der sieht dort noch eine Auskiesungsfläche vor. Dafür gibt es für das Unternehmen zwei Optionen. Die eine ist ein Zielabweichungsverfahren, für das eine Einwilligung des Kaarster Stadtrats erforderlich ist. Die andere ist eine Anregung an die Bezirksregierung, für diesen Standort im neuen Regionalplan ein neues Ziel zu setzen: Bebauung statt Auskiesung.

In Kaarst ist kaum mit einer politischen Mehrheit für einen Konverterbau zu rechnen, und so wird Amprion bis Ende des Monats eine Stellungnahme bei der Bezirksregierung einreichen, um im derzeit noch laufenden Verfahren zur Änderung des Regionalplans das neue Ziel einzubringen.

Für die SPD im Regionalrat hat diese Anregung durchaus Erfolgsaussichten. "Amprion ist jetzt als Grundstückseigentümer wie die Kommunen Beteiligter im Verfahren zur Neuaufstellung des Regionalplans", sagt Rainer Thiel (SPD-Fraktionschef im Kreistag und Mitglied des Regionalrats). "Aus Sicht der SPD besteht jetzt die Chance, den Konverter dort zu realisieren, wo es den größtmöglichen Abstand zur Bevölkerung gibt."

Für Christian Gaumitz, Kaarster Grünen-Chef und Kandidat des Fünfer-Bündnisses für das Bürgermeisteramt, ist nun wichtig, "die Reihen geschlossen zu halten". Er sagt das auch mit Blick auf den Bündnis-Partner SPD. Für Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der die Dreiecksfläche als möglichen Konverterstandort mit ins Gespräch gebracht hatte, ist mit dem Grundstückskauf von Amprion aber noch keine Entscheidung gefallen: "Amprion stellt damit zunächst nur sicher, dass dort nicht ausgekiest wird und der Standort für den Konverter erhalten bleibt", meint er. Ähnlich sieht es Bürgermeister Franz-Josef Moormann, der mit Blick auf den geltenden Regionalplan, der Auskiesung festschreibt, auf die "Verlässigkeit von Regierungshandeln" baut.

(NGZ)
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