Konrad Beikircher brilliert im „rheinische Kosmos“

Auftritt in Kaarst : Konrad Beikircher brilliert im „rheinischen Kosmos“

Der Kabarettist bewies jetzt im ausverkauften Albert-Einstein-Forum, warum er noch ganz der Alte ist.

(barni) „Passt schon“ heißt das aktuelle Programm von Konrad Beikircher. Und es ist der mittlerweile 14. Teil der einst geplanten Rheinischen Trilogie. „Passt schon“ passt deshalb so gut, weil der gebürtige Südtiroler festgestellt hat, dass sich der Rheinländer vieles passend macht. Flexibilität sei ihm enorm wichtig – viel wichtiger als preußische Präzision.

Haare, Hose und Hemd in drei unterschiedlichen Grautönen, sollte der Abend im ausverkauften Albert-Einstein-Forum zu so etwas wie einer „Three Shades of Grey“-Veranstaltung werden? Wer Konrad Beikircher lange nicht gesehen hatte, stellte beruhigt fest, dass er immer noch ganz der Alte ist. Der Mann, der am 19. Oktober 1965 zum Studium nach Bonn gekommen war, machte deutlich, dass ihn das Rheinische auf Anhieb interessiert habe – die Lebensart, vor allem aber die Sprache. Die sollte er auch jetzt wieder genüsslich sezieren und gegen andere Mundarten abwiegen.

Da erklangen auf einmal sächsische und sogar ostpreußische Töne, aber die Besucher merkten, dass ihm die rheinische Mund- und Lebensart besonders am Herzen liegt. Mit gewohnt schnarrender Stimme legte er los und es dauerte nur wenige Augenblicke, da hatte er die ersten Lacher und Schmunzler auf seiner Seite. Beikircher setzte sich nicht nur mit der speziellen Aussprache von Buchstaben wie dem G am Beispiel des Wortes „Segelflugzeug“ auseinander, erklärte, dass hier jedes G anders ausgesprochen werde, sondern er sollte immer wieder auch auf die rheinische Lebensart eingehen.

„Wollt ich gerade sagen“, bezeichnete der Kabarettist als „die erste rheinische Verteidigungslinie“. „Gut, dass sie gefragt haben“ oder „da muss ich einen ganz kleinen Einschub machen“: So lauten Floskeln, die darauf hinweisen, dass Konrad Beikircher einen Schlenker für unverzichtbar erachtet. Die Art zu sprechen, sei beim Rheinländer „chromosomonal verankert“. Immer wieder kokettierte er, machte deutlich, dass er schon ein bisschen in seine Einfälle verliebt ist. Das hörte sich dann so an: „Das muss ich mir merken.“ Die Zuschauer werden sich vieles von dem, was sie gehört haben, gemerkt haben. Man hört Beikircher nämlich nach wie vor gerne zu, lauscht, was er über den „rheinischen Kosmos“ zu berichten weiß, hat Spaß an seiner Beobachtungsgabe und an der Analyse des Gesehenen und vor allem Gehörten.

Beikircher gestand seinen Fans folgendes: „Als die Rheinische Trilogie um Sommer 1995 auslief und meine Agentur langsam lästig wurde, war auch ein Programm über die Dolomiten im Gespräch gewesen.“ Dazu kam es nicht und Beikircher empfahl den Dolomiten-Fans statt dessen einen Tag in der Neusser Skihalle.

(barni)