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Kaarst: Kita-Ausbau macht Sorgen

Kaarst : Kita-Ausbau macht Sorgen

1,8 Millionen Euro soll die Errichtung einer Kita auf dem ehemaligen Klärwerksgelände kosten, der Umbau der Albert-Schweitzer-Schule zieht sich bis Oktober 2014 hin. In Verwaltung und Politik sorgt das für Ärger.

Unerwartet hohe Baukosten für die Kindertageseinrichtung des Vereins "Buntakuntla" auf den Areal des alten Klärwerks und eine spätere Fertigstellung der Umbaumaßnahme Albert-Schweitzer-Schule, aus der eine Kita werden soll, sorgten jetzt im Jugendhilfeausschuss für Verdruss. Jugendamtsleiterin Ute Schnur schilderte noch einmal, welch ein Kraftakt es sei, die räumlichen Voraussetzungen für Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen Platz für Kinder unter drei Jahren zu schaffen.

"Nicht aus der Praxis"

Kämmerer und Jugenddezernent Heinz Dieter Vogt klagte: "Die Prozentsätze hat sich jemand ausgedacht, der nicht aus der Praxis kommt." Er meint damit die Prognose des Landes, dass ab dem Kindergartenjahr 2013/2014, wenn der Rechtsanspruch greift, 32 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Kita-Platz beanspruchen werden. Die Landesförderung beziehe sich auf diese höchstwahrscheinlich zu niedrige Quote.

"Wir gehen von 40 Prozent aus", sagte Jugendamtsleiterin Ute Schnur. Sie erwartet, dass zehn Prozent der Kinder unter einem Jahr tagsüber abgegeben werden, und zwar bevorzugt in die Tagespflege. Ihre Prognose für die Einjährigen: "27 Prozent werden eine Betreuung beanspruchen, 15 Prozent in der Tagespflege und 12 Prozent in einer Kindertageseinrichtung." Schnur glaubt, dass 90 Prozent aller zweijährigen Kinder tagsüber abgegeben werden: 75 Prozent in Kitas, 25 Prozent bei Tagesmüttern.

Derzeit stehen 54 Kita-Gruppen zur Verfügung. Zum Kindergartenjahr 2013/2014 werden es voraussichtlich 60 sein. Das reiche, so Ute Schnur, aus, um die vom Land prognostizierte Quote von 32 Prozent zu erfüllen. Wenn jedoch, wie im Rathaus angenommen, 40 Prozent der U3-Kinder in die Betreuung gegeben werden, reicht der Platz nicht aus.

"Raumprogramm nicht zu üppig"

"Ich bin erschrocken über die Höhe der Kosten" gestand Vogt mit Blick auf die zu errichtende Kita in der Buntakuntla-Trägerschaft: 1,8 Millionen Euro für eine zweigruppige Einrichtung seien sehr viel Geld. "Das Raumprogramm ist nicht zu üppig", so die Einschätzung des Dezernenten. Dorothea Zillmer (CDU) setzt auf die Diskussion im Bauausschuss: "Ich hoffe, dass der Ausschuss einige Standards hinterfragt."

Dass sich der rund 3,2 Millionen teure Umbau der ehemaligen Albert-Schweitzer-Grundschule zu einer Kita bis Oktober 2014 hinziehen soll, sorgte für Verärgerung im Ausschuss. Perspektive: Bis zum Kita-Jahr 2014/15 könnte die Zahl der Gruppen auf 67 steigen. Allein fünf Gruppen sind für die Baumaßnahme Danziger Straße vorgesehen. Das würde für eine Versorgungsquote von 40,9 Prozent reichen.

(barni)