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Kaarst: Kita am Wald entsteht in Fertigbauweise

Kaarst : Kita am Wald entsteht in Fertigbauweise

Der Bau- und Umweltausschuss hat beschlossen, dass die neue Kindertagesstätte am Vorster Wald, auf dem ehemaligen Klärwerksgelände, mit vorgefertigten Modulen errichtet wird. Die Stadt spart damit rund eine Million Euro.

Für die Stadt Kaarst ist es etwas Neues, ein Experiment, das Schule machen könnte, wenn denn alles gut läuft: Der Bau- und Umweltausschuss hat am Dienstag auf Vorschlag der Verwaltung einstimmig beschlossen, dass die neue Kindertagesstätte am Vorster Wald schlüsselfertig, mit vorgefertigten Elementen, errichtet wird. Die schnelle, fast schon spontane Entscheidung der Politik ist vor allem zwei Problemen geschuldet: fehlender Zeit und fehlendem Geld.

Auf dem ehemaligen Klärwerksgelände soll unter anderem eine neue Kindertagesstätte entstehen. Deren Besonderheit ist die unmittelbare Lage am Vorster Wald. Foto: Lothar Berns

Was den Ausbau U3-tauglicher Kindertagesstätten betrifft, steht Kaarst wegen des ab dem 1. August geltenden Eltern-Rechtsanspruchs nämlich enorm unter Druck. Gleichzeitig herrscht Ebbe in der Stadtkasse. Anfang Februar, im Anschluss an ihre Haushaltsberatungen, hatten die Grünen deshalb öffentlich vorgeschlagen, unter anderem die geplante zweigruppige Kita Buntakuntla am Wald — auf dem ehemaligen Klärwerksgelände — in Modulbauweise bauen zu lassen. Im Vergleich zum ursprünglichen Kostenansatz der Verwaltung — 1,8 Millionen Euro für eine Errichtung in Massivbauweise —, ließen sich damit rund eine Million Euro sparen. Auch die CDU-Fraktion lud ihrerseits zur Beratung Experten ein. "Die Stadt", sagte Bürgermeister Franz-Josef Moormann am Dienstag im Ausschuss, "sollte auch mal versuchen, auf anderen Wegen gute Ergebnisse zu erzielen." Aus verschiedenen Fraktionen habe er den entsprechenden Wunsch erspürt.

Bei den Modulsystemen handelt es sich um bis zu 90 Prozent vorgefertigte Elemente, die nach neuesten energetischen Standards betrieben werden können und mitunter bis 100 Jahre halten. Mit den vielerorts als Übergangslösung für fehlende Kita-Plätze diskutierten Containern hat die Fertigbauweise wohlgemerkt nichts zu tun. "Wir wollen qualitätsvolle Kindertagesstätten für Kaarst", betonte Claude Koeppe (Grüne). Die Kita am Wald wird nach den aktuellen Vorgaben der Energieeinsparverordnung geplant und erhält — wie wahrscheinlich alle Gebäude auf den neu zu erschließenden Grundstücken des ehemaligen Klärwerksgeländes — eine Gasheizung.

Das neue, nach den gelockerten Vorgaben des Landschaftsverbands Rheinland entwickelte Raumprogramm sieht jetzt Gruppen- und Gruppennebenräume mit einer Größe von insgesamt circa 60 statt ursprünglich 68 Quadratmetern vor. Hinzu kommen unter anderem ein Mehrzweckraum, Sanitär- und Pflegeräume, auch für Unter-Dreijährige, ein Kinderwagenabstellbereich, eine Matschschleuse, eine Küche, eine Speisekammer und ein Hauswirtschaftsraum.

Ab dem 1. August 2014 sollen die beiden Gruppen der Kindertagesstätte Buntakuntla am Wald in Betrieb gehen.

(NGZ/ac)