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Kaarst: Kirchengemeinde verkauft Schieferplatten

Kaarst : Kirchengemeinde verkauft Schieferplatten

Durch den Verkauf der alten Schindeln soll das neue Dach von St. Aldegundis mitfinanziert werden.

Sechzig Jahre schützten sie in luftiger Höhe die Kirche vor Regen, jetzt kehrten sie vom Himmel zur Erde zurück: 200 Dachplatten der alten Kirche St. Aldegundis konnten beim Gemeinde-Pfarrfest zu einem Preis von (mindestens) 25 Euro erworben werden.

Kirchenvorstandsmitglied Michael Schaal versuchte, möglichst viele zu verkaufen - schließlich ist von der Gemeinde noch eine sechsstellige Summe aufzubringen, um die endgültige Finanzierung der Renovierungsarbeiten des gesamten Dachs der Büttgener Doppelkirche zu sichern. "Die Dachdecker haben uns die schönsten Platten ausgesucht. Wir haben sie dann in Eigenarbeit etwas bearbeitet und mit einem von Architekt Ludger Heubes entworfenen Metall-Relief von Alt Sankt Aldegundis versehen", erklärte Schaal. Die Rückseite ziert ein Siegel mit Stempel der Pfarrgemeinde. Zehn Euro Eigeninvestition führten zum Preis von 25 Euro - Ulla Arping kaufte gleich zwei Schieferplatten. "Ich habe zu Hause bereits eine vom Aachener Dom", erzählte sie. Sie ließ sie rahmen und besitzt nun mit der Büttgener Platte ein ähnliches Erinnerungsstück. "Schließlich leben wir seit 39 Jahren hier", sagte sie. Die zweite Platte bekommt ihr Sohn Ralf. Für Ur-Büttgener Ralf Arnert war es keine Frage, einen Schieferplatte zu kaufen: "Sie ist ein Symbol meiner Kirche und ich möchte sie gerne unterstützen", meinte er. Die seit Juni dauernde Renovierung schreitet gut voran. "Die alte Kirche hat bereits ein komplett neues Dach, die restlichen Arbeiten sollen an Silvester fertig sein. Nächste Woche fangen die Bauarbeiter mit der Betonsanierung der neuen Kirche an", erläuterte Paul Heusgen, stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender. Die Resonanz der Bevölkerung sei zu "hundert Prozent positiv", so Heusgen. So verwunderte es nicht, dass auch beim Pfarrfest gute Laune herrschte. Die vielen großen und kleinen Besucher genossen diverse Gaumenkitzel und Spiele. Örtliche Vereine informierten über ihre Arbeit.

(NGZ)