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Kirche und Klüngel wieder Top-Themen in Jürgen Beckers neuem Programm

Kabarett in Kaarst : Kirche und Klüngel wieder Top-Themen in Beckers Programm

„Die Ursache liegt in der Zukunft“ heißt das neue Programm von Jürgen Becker, der in Kaarst auftrat.

Darin schwört er sein Publikum auf Veränderungen ein, wohl wissend, dass der Mensch gern hoffnungsfroh in eine durch zig Versicherungen abgesicherte Zukunft blickt. Die Lust auf Becker war erkennbar größer als die Angst vor dem Corona-Virus: Die Veranstaltung am Samstagabend war ausverkauft. Jürgen Becker versteht es, seine Fans zu unterhalten und zum Lachen zu bringen. Und das mit politischem Kabarett. Die Inhalte erinnerten zum Teil sehr an das, was Volker Pispers einst verkündete. Auch die Form zeigte Parallelen auf: sprachlich kleine Wunderwerke, inhaltlich oft nicht ernst zu nehmen.

Ein Beispiel: Für Jürgen Becker ist die Kölner Stadtverwaltung offenbar ein Hort von bräsigen Faulpelzen. Trotzdem setzt er auf ein staatliches Einheits-Gesundheitssystem. Ärzte sind für ihn immer noch gierige Großverdiener, obwohl sie in vielen anderen Ländern viel bessere Verdienstmöglichkeiten haben. Und die Umwelt gehe aus seiner Sicht am Kapitalismus zugrunde. Deshalb war die Um-Welt ja auch im früheren nichtkapitalistischen Bitterfeld so sauber. Ein Thema war die schöne neue digitale Welt, in der das Internet so schnell ist, dass Tore angezeigt werden, bevor sie gefallen sind. Volksparteien erinnern Jürgen Becker an Kaufhäuser: „Heute gehen die Leute lieber zum Spezialisten.“ Zum Beispiel zu den Grünen. Kein Wunder angesichts von 14.000 Tonnen Eis, die auf der Erde pro Sekunde schmelzen. Solch düstere Nachrichten versüßt der Kölner Kaberettist mit einem Nachsatz: „Das Eis von Langnese ist da noch nicht mal eingerechnet“, bemerkt Becker. Köstlich auch die fiktive Heiratsanzeige von Adam: „Einsamer Typ, ohne sexuelle Erfahrung, laufe beruflich nackt durch den Garten, esse kein Obst.“

Immer wieder bekommt auch die katholische Kirche ihr Fett weg, zum Teil auf subtile Art und Weise: „Der Arzt ist wie ein katholischer Priester: Er hört den Patienten an, gibt ihm einen Rat und tastet ihn ab.“

(barni)