Kaarst: Kindergarten als Geschäftsidee

Kaarst : Kindergarten als Geschäftsidee

2008 wurde die "Kaarster Mäusebande" eröffnet. Das Konzept einer privat geführten Kita hat Angelika Tomm jetzt die Auszeichnung "Unternehmerin des Jahres" der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Kaarst eingebracht.

Anfangs sei es nur eine Schnapsidee gewesen, gibt Angelika Tomm offen zu. Doch dann hat die Betriebswirtin im Wohnzimmer die Flipcharts aufgestellt und ihre eigene Kindertagesstätte durchgeplant.

Am 1. Januar 2008 wurde die "Kaarster Mäusebande" an der Alten Heerstraße eröffnet. Das Erfolgskonzept einer privat geführten Kindertagesstätte hat Angelika Tomm jetzt die Auszeichnung "Unternehmerin des Jahres 2011" der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Kaarst eingebracht.

Die Idee entstand aus der persönlichen Situation heraus. Tochter Alicia sollte mit zwei Jahren eine ganztägige Betreuung erhalten, da Mutter und Vater in Vollzeit arbeiteten. "Das Angebot konnte die Bedürfnisse berufstätiger Eltern nicht erfüllen.

Probleme waren die Öffnungszeiten und die Ferienzeit, wenn die öffentlichen Einrichtungen geschlossen haben", sagt Angelika Tomm. Mit der privaten "Kaarster Mäusebande" trifft sie den Nerv der Zeit. Die Warteliste ist lang, Eltern aus dem ganzen Rhein-Kreis Neuss, Düsseldorf, Mönchengladbach und Krefeld bringen ihre Kinder in die Einrichtung.

Betreut wird vom Säuglingsalter bis zur Vorschule. Beim Personal achtet die Angelika Tomm auf vielfältige Qualifikationen. Neben ausgebildeten Erzieherinnen gehören eine Kinderkrankenschwester, eine Logopädin, Motopädin und Sozialpädagogin zum 17-köpfigen Team. Eine gebürtige Britin spricht mit den Kindern nur Englisch.

So lernen die Kleinen ihre erste Fremdsprache sowohl in speziellen Aktionen wie auch beim alltäglichen Spielen. Geöffnet hat die Einrichtung von 7.30 bis etwa 19 Uhr. Mit dem regelmäßigen Besuch eines Friseurs oder des Zahnarztes nimmt sie den Eltern weitere Aufgaben ab. Die musikalische Früherziehung wird in Kooperation mit der Musikschule von Mark Koll gefördert. Besondere Aktionen wie der Vater-Kind-Werktag, an dem im Außenbereich unter anderem ein Gartenhäuschen gestrichen wurde, sollen sich wiederholen.

Geleitet wird die Kindertagesstätte von Nicole Bliss. Angelika Tomm ist als Geschäftsführerin für den wirtschaftlichen Bereich zuständig. "Als Betriebswirtin betrachte ich viele Dinge aus einem anderen Blickwinkel als eine Erzieherin. Aber darin liegt vielleicht auch das Geheimnis des Erfolgs", sagt Tomm.

Zwei Gruppen mit je 21 Kindern über drei Jahren sowie 33 in der U3-Betreuung reizen die räumlichen Kapazitäten aus. "Die Überlegung einer zweiten Kindertagesstätte existieren", sagt Tomm. Das Konzept der "Kaarster Mäusebande" als ausgelagerter Betriebs-Kindergarten konnte dagegen bisher kaum umgesetzt werden. Lediglich fünf Prozent der Arbeitgeber der Eltern beteiligen sich bisher an den Betreuungsgebühren.

(NGZ)
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