Kaarst: Kinder-Stadtplan für Kaarst

Kaarst: Kinder-Stadtplan für Kaarst

520 Kaarster Schüler haben sich bereits an einem Projekt des Jugendcentrums Holzbüttgen beteiligt und die Stadt nach Treffpunkten und Meidezonen unterteilt. Im Ergebnis soll ein Stadtplan von und für Kinder stehen.

Kinder — na klar — die spielen in ihrer Freizeit auf den dafür vorgesehenen Spielplätzen. Soweit die graue Theorie, die Praxis sieht aber häufig anders aus. Wo verbringt der Kaarster Nachwuchs seine Freizeit? Wo trifft er sich und warum? Und weshalb werden manche Gebiete gemieden? Antworten auf diese Fragen wird schon bald ein digitaler Stadtplan liefern, der die Ergebnisse einer Umfrage unter Kaarster Kindern zwischen acht und elf Jahren zusammenfassen wird.

Die Rathaus Arkaden und der neue Spielplatz in Vorst zählen zu den beliebten Treffpunkten des Nachwuchses. Foto: NGZ

Und eine Überraschung zeichnet sich bereits nach 520 ausgewerteten Fragebögen ab: Die Rathaus-Arkaden stehen als Treffpunkt auch in dieser jungen Zielgruppe hoch im Kurs. "180 Kinder haben die Arkaden als einen beliebten Treffpunkt angegeben, gehen dort shoppen und halten sich in um das Stadtzentrum auf", hält Peter Laumen, Leiter des Evangelischen Jugendcentrums in Holzbüttgen fest. "Wir wollten mit diesem Projekt zwei Dinge erreichen. Zum einen können wir den Kindern durch die Nachbearbeitung der Fragebögen eine Medienkompetenz vermitteln, zum anderen bekommen wir direkte Informationen von einer Gruppe, die häufig nicht gehört wird", so Laumen, der die Grundzüge von "Kinder entdecken ihre Stadt" erarbeitet hat und mittlerweile sogar auf die Unterstützung der Sozialwissenschaftler von Professor Ulrich Deinet an der Fachhochschule in Düsseldorf setzen kann.

"Wir haben die Fragebögen gemeinsam mit der FH entwickelt, sind dann mit den Bögen und einer Stadtkarte in die Schulen gegangen", erzählt Laumen. Die Schüler konnten so nicht nur ihre Vorlieben der Freizeitgestaltung ankreuzen, sondern mit Nadeln die Flächen abstecken, in denen sie sich nach Schulschluss aufhalten. "Zusätzlich sollten sie Kommentare abgeben, auch ihre Ängste zu bestimmten Plätzen aufschreiben. Gerade das macht das Projekt ja so spannend", so Laumen. Jetzt wertet er gemeinsam mit 15 Kindern die Fragebögen aus. Kleine Trupps statten den genannten Treffpunkten Besuche ab und machen Foto- und Videoaufnahmen. Im Ergebnis soll der Stadtplan multimediale Informationen bieten, die dann auch von der Stadtverwaltung mit Interessen gelesen werden.

"Unsere Aufgabe muss es sein, die Ergebnisse in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Wenn ein Platz für Kinder bedrohlich wirkt, können wir nachbessern", sagt Stadtjugendpfleger Ralf Schilling.

(NGZ)