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Kaarst: Katholische Schule in Gefahr

Kaarst : Katholische Schule in Gefahr

Zwischen Eltern und Schulleitung ist eine Auseinandersetzung über den Erhalt des katholischen Teilstandortes an der Gemeinschaftsgrundschule Büttgen entbrannt. Die Bezirksregierung prüft, ob es bei einer Dreizügigkeit bleibt.

Die Stimmung unter dem neuen gemeinsamen Dach der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Büttgen ist nicht die allerbeste im Moment. Zwischen Eltern und Schulleitung ist eine Auseinandersetzung über den Erhalt des katholischen Teilstandortes entbrannt. Schulleiterin Ruth Schneider klingt nicht besonders glücklich, sobald sie auf dieses spezielle Thema angesprochen wird. Auskunft erteilen darf sie momentan nicht. Die Bezirksregierung prüft aktuell, ob es auch künftig bei einer Dreizügigkeit der Schule bleibt. Davon wiederum hängt die Zukunft des konfessionellen Zweiges ab.

Das Problem dahinter sind die Anmeldezahlen zum Schuljahr 2012/2013. Wurden im vergangenen Jahr am katholischen Teilstandort noch 27 i-Dötzchen angemeldet, sank die Zahl der "Bewerbungen" jetzt auf 17 (die NGZ berichtete). Die Bezirksregierung hat die Stadt zu einer Stellungnahme aufgefordert. Die Verwaltung, sagt Schuldezernent und Erster Beigeordneter Heinz Dieter Vogt, habe sich in Düsseldorf bereits schriftlich und ausdrücklich für den Erhalt des katholischen Teilstandortes Büttgen eingesetzt. Jetzt komme es darauf an, ob sich nicht doch noch weitere Anmeldungen ergäben.

Das, sagt die Verwaltung, sei auch erfahrungsgemäß häufig der Fall. In der Vergangenheit wurden die Prognose der Schülerzahlen für den Ortsteil Büttgen mitunter auf Schülerströme aus Vorst gestützt. Bei den Anmeldungen für das Schuljahr 2012/2013, heißt es, sei dieses Phänomen zwar praktisch ausgeblieben, in den kommenden Jahren aber wohl wieder aktuell. In den Baugebieten Hubertusstraße und Lichtenvoorder Straße sowie der Planung eines frühkindlichen Bildungszentrums am Standort der Gemeinschaftsgrundschule Büttgen sieht die Stadt ausreichendes Dreizügigkeits-Potenzial.

In Büttgen befürchten derzeit dennoch viele Eltern das Ende des katholischen Teilstandorts. Eine private Elterninitiative kämpft für den Erhalt und NGZ-Leserin Manuela Meyer wirft der Schulleitung in einem Brief an die Redaktion sogar Einflussnahme bei der Beratung zur Anmeldung in Richtung Gemeinschaftszweig vor. "Sollte die Einrichtung einer katholischen Klasse nicht zustande kommen, läge die Klassengröße der beiden Eingangsklassen an der Schule bei ungefähr 30 Kindern", schreibt Meyer. Und: "Konfessionsschulen sind ein Angebot, das aus lange gewachsenen kulturellen Strukturen entstanden ist, gerade bei uns im Rheinland. Dafür sollten wir mit aller Kraft einstehen."

(NGZ)