Karneval 2019: Das Rathaus Kaarst ist in närrischer Hand

Altweiber in Kaarst : Das Rathaus ist in närrischer Hand

Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus hat den Schlüssel für das Rathaus den Möhnen überlassen. Erstmals seit fünf Jahren war wieder ein Prinzenpaar beim Rathaussturm dabei. In ihrer Rede machte Nienhaus den Bürgern ein Versprechen.

Es war ein kurzer, heftiger Kampf, dann hat Ulrike Nienhaus sich aber der Übermacht der Möhnen geschlagen geben müssen. Um Punkt 11.11 Uhr haben die Möhnen das Kaarster Rathaus gestürmt, den Schlüssel übernommen und obligatorisch die Stadtkasse geplündert. Erstmals seit fünf Jahren war auch wieder ein Prinzenpaar dabei. Christoph Demuth und seine Prinzessin Claudia verteilten Kamelle an die Grundschulkinder, die auch in diesem Jahr wieder in einem „Veedelszoch“ zum Rathaus marschiert sind, um die närrischen Tage einzuläuten. Diesmal waren es sogar zwei Schulen: Neben der Matthias-Claudius-Grundschule war auch die katholische Grundschule Alte Heerstraße dabei.

Danach wurde der Tatort in die Rathaus-Galerie verlegt. Dieter Güsgen, Leiter des Bereichs Stadtmarketing, schickte erst einmal alle Frauen nach draußen. So sollte nach dem Ende des Countdowns mit geballter Kraft das Rathaus gestürmt werden – was dann schließlich auch gelang. „Die Stadtkasse macht sich davon, hinterher ihr Möhnen“, sagte Güsgen. Kurz darauf hieß es: „Wir haben die Stadtkasse.“ Nachdem „die Band, die keiner kennt“, erste Karnevalslieder gespielt hat, um die Stimmung anzuheizen, war die Bürgermeisterin an der Reihe. In ihrer närrischen Rede – natürlich in Reimform – sprach sie über die Zukunft der Stadt, für die die „Kohle“ aus der Stadtkasse sinnbildlich schon verplant sei. „In Büttgen strahlt die Feuerwehr, ihr neues Haus gefällt ihr sehr“, begann sie ihre Rede und spielte auf die Kritik an den hohen Kosten für das neue Feuerwehrhaus an. „Bei der Wehr wird nicht gespart, das Haus war nötig, da sind wir hart“, sagte sie – und erntete Applaus von den Jecken. Nienhaus versprach den Bürgern, dass im nächsten Jahr die Bagger im Gewerbegebiet Kaarst-Ost (altes Ikea-Gelände) rollen werden. „Die Akquise läuft, Interessenten sind da, gebuddelt wird im nächsten Jahr“, sagte sie. Auch das Kita-Problem sprach die erste Bürgerin der Stadt an. Sie erklärte, dass die Kindertagesstätten zu voll seien und die Stadt weitere bauen werde. „Wir geben jetzt richtig Gas und bauen Kitas wo jetzt wächst noch Gras“, so Nienhaus: „Und auch an den Schulen rüsten wir nach, denn hier und dort liegt noch etwas brach.“ Zu guter Letzt lud Nienhaus alle Bürger zur Feier des 25-jährigen Bestehens des Rathauses ein. Diese soll am 12. Oktober im Rathaus selbst stattfinden.

Prinzessin Claudia reißt Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus den Schlüssel für das Rathaus aus der Hand. Foto: Georg Salzburg(salz)

Stolz war die Bürgermeisterin, dass sie endlich wieder ein Prinzenpaar in Kaarst begrüßen konnte – für sie persönlich war es sogar das erste Mal. Nach Tanzeinlagen der Narrengarde Blau-Gold übernahm der Prinz das Wort. Christoph I. Demuth und Claudia III. waren am 10. November proklamiert worden. „Es ist so eine fantastische Stimmung hier in diesem Saal. Das ist eine riesige Steigerung im Vergleich zum letzten Jahr“, sagte Demuth. Und er hat einen Wunsch: Und zwar, dass auch im kommenden Jahr ein Prinzenpaar in der Stadt Kaarst regiert. Demuth, der es auf allen bisherigen Terminen „wunderschön“ fand, stellte die Menschen vor, die sonst nicht so im Vordergrund stehen: den Prinzenführer, den Standartenträger und ihren Fahrer. Danach rief er die Jecken zum Schunkeln auf: Zu den Tönen von „Drink doch eine met“ von den „Bläck Fööss“. Danach ging die Party in der Galerie weiter.