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Kaarst: Kaiser's bleibt bis 2016 an Luisenstraße

Kaarst : Kaiser's bleibt bis 2016 an Luisenstraße

Das Lebensmittelunternehmen hat den Mietvertrag für eines der Büttgener Ladenlokale vorerst verlängert.

Eine gute Nachricht zur Nahversorgung in Büttgen: Kaiser's hat den Mietvertrag für den Supermarkt an der Luisenstraße bis 2016 verlängert. Auch wenn sich das Unternehmen auf NGZ-Nachfrage nicht zu diesem Schritt äußern wollte, bestätigt Wirtschaftsförderer Dieter Güsgen die Vertragsverlängerung. "Das nimmt uns natürlich den ganz großen Druck erst einmal raus", sagt er.

Allerdings sei auch das Jahr 2016 nicht weit hin, so Güsgen. Und wenn Kaiser's sein Geschäft am Rathausplatz wie angekündigt zum 31. Oktober 2013 schließt, wird es in der Ortsmitte aller Voraussicht nach erst einmal keinen Lebensmittelmarkt geben.

Einzige Hoffnung gibt eine im Raum stehende Option für Kaiser's zur Vertragsverlängerung. Die Stadt spricht im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens derzeit potenzielle Betreiber und Investoren für einen Supermarkt am Berliner Platz an.

Bis Mitte Dezember können sie ihr Angebot für eine Realisierung des Bauprojekts abgeben. Bisher liegt der Stadt noch keines vor. Das habe allerdings nichts zu bedeuten, sagt der Wirtschaftsförderer, da Angebote erfahrungsgemäß immer kurz vor Fristende eingehen würden. Trotzdem wäre beim üblichen Verfahrensgang eine Neueröffnung noch in 2013 nicht möglich.

Hinzu kommt, dass Lebensmittelunternehmen andere Vorstellungen von Größe des Sortiments, Quadratmeter und Stellplätzen haben. Diese würden über dem liegen, was Büttgen zu bieten hätte, heißt es seitens der Stadt. Sie plant am Berliner Platz mit 1200 bis 1500 Quadratmetern. Das wiederum spielt der Bürgerinitiative "Kein Supermarkt auf dem Berliner Platz" in die Karten.

Ihr Alternativvorschlag auf dem freien Feld an der Birkhofstraße ließe bei der Größe von Markt und Parkplatz mehr Spielraum zu. Die Bürgerinitiative beklagt das intransparente Verfahren und dass die versprochene ergebnisoffene Diskussion nie stattgefunden habe. Zwei Bürgerversammlungen führte die Stadt in Büttgen bisher durch, nun lädt die Bürgerinitiative selbst zu einer dritten am kommenden Mittwoch (28. November, 19 Uhr) ins katholische Pfarrzentrum ein. In ihrem Verteiler stehen nicht nur Verwaltung und Politik, sondern auch mehrere Supermarktketten und Discounter. Auf der Versammlung möchte sie ihren Bedenken deutlich Nachdruck verleihen.

Dazu gehört unter anderem, dass ein großer neuer Supermarkt auf dem Berlinern Platz die Einzelhändler am Rathausplatz und den Wochenmarkt nicht nachhaltig beflügeln würde, sondern gar bedrohe. Das sieht der Vorsitzende der IG Büttgen, Peter Wellen, vollkommen anders: "Nur wenn der Magnet wegfällt, dann gehen auch die anderen Geschäfte kaputt", sagt er. Die Interessengemeinschaft hatte Gespräche mit der Bürgerinitiative sowie mit Bürgermeister Franz-Josef Moormann und Dezernent Manfred Meuter geführt. "Danach kamen wir zu dem Schluss, dass es keine Alternative zum Frischemarkt am Berliner Platz gibt", sagt Peter Wellen.

(stef)