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Kaarst: Kabarettist Christian Ehring teilt nach links und rechts aus

Kaarst : Kabarettist Christian Ehring teilt nach links und rechts aus

"Keine weiteren Fragen" ist ein sehr persönliches Programm des früheren "Kom(m)ödchen"-Mitglieds Christian Ehring, der heute Extra 3 moderiert, das politische Satiremagazin des Norddeutschen Rundfunks. Immer wieder bekommt auch die linksintellektuelle Elite ihr Fett weg - Ehring entlarvt diese Spezies als nur bedingt sozial eingestellt, als ziemlich abgehoben in ihren Komfortzonenrandgebieten und manchmal auch ein bisschen zynisch.

"Das Handy können Sie ruhig anlassen, es irritiert mich mittlerweile, wenn ich zwei Stunden lang angeguckt werde", erklärte Ehring und gab damit eine erste Kostprobe seines von Ironie getränkten Humors. Der Mann mit dem grauen Anzug scheint gefangen zu sein in seinem Businessdenken: "Am Ende sind die guten Slums weg, es zählt die Lage, die Lage und nochmals die Lage", versucht er seinem 18-jährigen Sohn klarzumachen, dem er ein soziales Jahr in einem Elendsgebiet verordnet hat. Der Sohn mit den wenigen Interessen und mit noch weniger Elan könnte stellvertretend stehen für eine ganze Generation. Ehring kann sich vorstellen, dass er "Vergleichende Konsolenwissenschaften" studiert.

Eine weitere Frage, die sich wie ein roter Faden durch das Programm zieht: Soll die Einliegerwohnung an einen Flüchtling vermietet werden? Seine Frau will diesen Plan zügig umsetzen, Ehring schlüpft in die Rolle des Zauderers. Seine intellektuell verbrämte Erklärung: "Es gibt Ideen, die sind als Ideen stark, verlieren aber vielleicht, wenn man sie in die Realität umsetzt." Wie kommt es, dass Flüchtlinge aus islamischen Ländern durch Antisemitismus auffallen? Christian Ehring hat eine Erklärung: "Antisemitismus ist ja eine unserer Kernkompetenzen - vielleicht ist es ein Zeichen von Anpassung, wenn sich Flüchtlinge judenfeindlich verhalten."

Wie weit die Linksintellektuellen von der Lebensrealität entfernt sind, macht Ehring auf sehr amüsante Weise deutlich: Sie sehen einen Bedarf an Yoga für Flüchtlinge und an veganen Kinderbüchern, wo es keine Bienchen und Bärchen mehr gibt. Progressivität bedeute nicht, einen Hund zu haben, der in einer offenen schwulen Beziehung lebt - und wie blöd die Politiker der CSU sind, wurde ihnen ebenfalls in Erinnerung gebracht. "Schaut uns beim Glücklichsein zu", scheinen die Arrivierten dem Rest der Welt zuzurufen.

(barni)