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Kabarett-Stars überzeugen bei Jubiläumsgala in Kaarst

Kabarett-Stars zu Gast in Kaarst : Jubiläumsgala überzeugt mit perfektem Potpourri

Die Kabarett- und Kleinkunsthochburg Kaarst feiert 30. Geburtstag. Die Gäste sahen eine bunte Gala mit vielen Highlights.

30 Jahre Kabarett und Kleinkunst in Kaarst – dieser Jahrestag wurde im Albert-Einstein-Forum mit einer Gala gefeiert. Lokale Promis wie frühere und aktuelle Bürgermeister und Verwaltungsspitzen sowie Schützenkönige gaben sich die Ehre. Kabarettmanager Elmar Spinnen zeigte sich ganz gelassen: „Aufgeregt bin ich nicht, eigentlich ist das Ganze ja eine Mix-Show“, meinte er. Dieses Format hat sich zur Förderung von Nachwuchskünstlern bestens bewährt. Doch jetzt kamen die Granaten am Kabaretthimmel und entfachten ein Feuerwerk an Wortwitz, Improvisation und satirischen Seitenhieben auf jeden und alles. Zu Beginn heizte Coversänger Tom Ludwig mit der Phil-Collins-Ballade „In the air tonight“ die gute Stimmung weiter an. Comedian Ingo Oschmann führte mit launigen Worten durch das Programm. Nicht ohne ständig über Gewicht und graue Haare zu klagen oder stolz seinen neugeborenen Sohn Theo zu erwähnen.

Das Improvisationstheater „Springmaus“ rockte dann als erstes Highlight die Bühne. Die drei Mitglieder setzten den vom Publikum vorgegebenen Begriff „Kinder der Schwiegermutter“ in ein Stück um, bei dem sie spontan ins Schweizerdeutsche wechseln mussten – kein Problem für die „Mäuse“. Anschließend grübelte Jürgen Becker über die Zusammenhänge zwischen mangelndem Nachwuchs in Deutschland, Omas Dutt und Eingemachtem nach, das einem Naturkundemuseum ähnelt. Lisa Feller vertrat die weiblichen Kabarettstars – sie schöpfte aus ihrem reichlichen Erfahrungsschatz als Mutter, mokierte sich über den „Miedersaurus“ – eine erfahrene Verkäuferin im Wäschemodengeschäft – und nahm das Alter und die Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufs Korn. Liebhaber des politischen Kabaretts kamen bei Wilfried Schmickler voll auf ihre Kosten. Er ließ an der aktuellen Regierung kaum ein gutes Haar – Jens Spahn erinnere ihn an einen Minion, Horst Seehofer gehöre ins Heimatmuseum, Abteilung Fossilien – und goss kübelweise derbe Häme über die Alternative für Deutschland. Der erstmalige Verleihung des vom Förderverein 3k*, der Stadt Kaarst und der Sparkasse Neuss gestifteten Preises „Kaarster Stern“ ging an Nachwuchskünstler Quichotte (Jonas Klee): „Er ist jetzt Don Quichotte“, witzelte Ingo Oschmann. „Ein buntes Potpourri, da war für jeden Geschmack etwas dabei“, sagte Dirk Schramm, der aus Neuss-Rosellerheide angereist war.