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Kaarst: Kaarsterin sucht das nächste Topmodel

Kaarst : Kaarsterin sucht das nächste Topmodel

Auf der Suche nach neuen, hübschen Gesichtern für ihre Modelagentur hält Sonja Barisic immer und überall Ausschau. Ein Stapel Visitenkarten hat die Kaarsterin immer in ihrer Tasche. Wenn sie jemanden entdeckt, stellt sie sich nur kurz vor, drückt ihr oder ihm die Karte mit Hinweis auf ihre Internetseite in die Hand und lässt die Person dann auch schon wieder in Ruhe.

Klingt ein wenig überfallartig, dennoch muss sie in diesem kurzen Moment souverän und damit auch seriös auftreten. "Die Person soll sich dann erst einmal über meine Internetseite selbst ein Bild machen und dann melden, wenn sie möchte", sagt Barisic. Viele melden sich anschließend, manche aber auch nicht. Auch in Kaarst vermutet Sonja Barisic einiges an Potenzial, es sei bloß schwer zu finden. "Im Stadtpark mit der Schule in der Nähe sehe ich schon interessante junge Leute, aber die sind meist auf dem Fahrrad unterwegs und ich bekomme sie nicht rechtzeitig gegriffen", erzählt sie. Darum auch ihre Bitte an alle: "Einfach den Mut haben und sich selbstständig bei mir melden. Zu verlieren hat man ja nichts".

Darüber hinaus suchen Sonja Barisic und ihr Team auch gezielt. Aber nur die wenigsten werden in der Disco entdeckt, wie es so manche Geschichte einer Modelkarriere gerne erzählt. "Gezielt suchen wir tagsüber, wo viele Menschen sind, hauptsächlich auf dem Campus der Universitäten in Düsseldorf und Köln oder in der Innenstadt", sagt Barisic. Und natürlich vorrangig im Sommer, wenn die Figur nicht unter dicken Klamotten versteckt ist. Eine Entdeckung wird dann in weniger als einer Sekunde "durchkalkuliert".

Die Kaarster Modelagentin sucht nach internationalem Standard, das heißt, Frauen müssen zwischen 1,75 und 1,80 Meter groß sein, Männer zwischen 1,82 und 1,88 Meter. Diese Norm gilt heutzutage sowohl für Modenschauen wie für Fotoshootings, auch das Gesicht bei Frau und Mann sollte "klassisch oval" sein. "Es sind Nuancen bei den Augen, Lippen und Wangenknochen, die entscheiden", sagt Barisic.

Eine gewisse Ausstrahlung und die richtige Haltung sollten auf den ersten Blick ebenso auffallen. Damit ist aber noch niemand wirklich entdeckt. Nach bestimmten Vorgaben schicken die Kandidaten Bilder von sich (Ganzkörper, Porträt, in Bademode) und ihre Maße an Barisic. Dann folgt die Einladung in die Agentur, wo ein weiteres Mal Fotos gemacht werden. "Daran erkenne ich, ob das Model bewegungsfreudig ist. Außerdem kontrolliere ich die Maße, denn da wird oft geschummelt", sagt Barisic. Denn ein Zentimeter zu wenig bei der Körpergröße oder zu viel an der Hüfte macht in der Branche viel aus. Das Model müsse schließlich zum Schnitt des Designers passen und nicht andersherum.

"Leider wird in der Regel eine sehr schmale Hüfte gewünscht. Aber es gibt Millionen Models, also muss man sich an die Spielregeln halten", so die Agentin. Dennoch gibt es für sie Grenzen beim Magerwahn, zu dünne Menschen lehnt sie auch ab. Sie dürften sich erst mit ein paar Kilogramm mehr wieder bei ihr melden.

(stef)