Kaarst: Kaarsterin radelt über zwei Kontinente

Kaarst: Kaarsterin radelt über zwei Kontinente

Vor zwei Jahren ist Swinde Wiederhold zu einer abenteuerlichen Reise aufgebrochen. Die 24 Jahre alte Kaarsterin durchquert Nord- und Südamerika mit dem Fahrrad – größtenteils alleine. Angst hat die Polizistin nicht.

Vor zwei Jahren ist Swinde Wiederhold zu einer abenteuerlichen Reise aufgebrochen. Die 24 Jahre alte Kaarsterin durchquert Nord- und Südamerika mit dem Fahrrad — größtenteils alleine. Angst hat die Polizistin nicht.

Swinde Wiederhold hat sich auf ein Abenteuer begeben, das sich bisher noch keine Frau zugetraut hat. Sie durchquert Nord- und Südamerika mit dem Fahrrad. Vor zwei Jahren brach sie am Südzipfel Argentiniens in Ushuaia auf. Nach rund 30000 Kilometern hat sie ihr Winterlager in Canmore/Kanada aufgeschlagen. Zeit, um zurückzublicken.

Hinter der 24-Jährigen liegen tausende von Kilometern, zum Teil in völliger Einsamkeit. "Mein Motto lautet: weg von Verkehr, Lärm und Abgasen. Dafür fahre ich auch den ein oder anderen Kilometer mehr und schiebe mein Fahrrad über allzu steiles Terrain", sagt Wiederhold. Schon die ersten Tage zehrten an ihren Kräften. "Ich wurde gewarnt, dass der Wind in Patagonien enorme Kraft habe und zudem meist von vorne wehen werde", erzählt sie. "Dass ich aber am sechsten Tag gezwungen wurde, mein Rad auf ein Auto zu laden, um damit in die nächste Ortschaft zu gelangen, hätte ich nicht gedacht."

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An Heiligabend 2010 war selbst das Schieben nicht mehr möglich. Ein italienisches Paar in den Flitterwochen sammelte sie am Wegesrand auf. Anfangs war Swinde Wiederhold mit Nils, einem weiteren deutschen Radler, unterwegs. Später traf sie den Kanadier Frantz, auch ihre Freundin Corinna begleitete sie sechs Wochen durch Zentralamerika. Häufig war die Kaarsterin solo unterwegs. Ihre Freunde waren vor allem in Ländern wie Guatemala, Kolumbien und Mexiko um ihre Sicherheit besorgt und rieten ihr, diese Regionen zu meiden. "Ich wollte mir aber selber ein Bild machen und ich wäre auch auf andere Transportmittel umgestiegen, wenn ich den Eindruck gehabt hätte, es wäre zu gefährlich für mich. Doch ich befand mich nie in einer solchen Situation", sagt sie. Stattdessen traf sie auf gastfreundliche Einheimische. Gerade die kleinen Gesten würden den Reiz der Tour ausmachen, so Wiederhold. "Als ich in einem winzigen Dorf in Mexiko am Straßenrand mit Mangos meinen 20000. Reisekilometer feierte, lud mich ein älteres Pärchen ein, bei ihnen zu Hause zu übernachten", erzählt sie. Die Kaarsterin baute im Garten ihr Zelt auf und bekam von ihren Gastgebern zum Abendessen einen vollen Teller mit Reis und Hühnchen serviert.

Drei Jahre hat Swinde Wiederhold für ihre Radtour quer durch den amerikanischen Kontinent gespart. Ihren Job als Polizistin gab sie dafür auf. Seit Oktober lebt die 24-Jährige nun schon im kanadischen Canmore, einer Kleinstadt westlich von Calgary. Dort passt sie als "House-Sitterin" auf die Häuser verreister Personen auf und spart sich so die Kosten für eine Unterkunft. Voraussichtlich im Mai bricht sie zur letzten großen Etappe nach Alaska auf. Von dort möchte sie nach Portugal oder Spanien fliegen, um sich mit dem Rad auf die Heimreise zu machen. Weihnachten 2013 will Swinde Wiederhold wieder mit ihrer Familie feiern.

(stef)
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