1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst/New York: Kaarsterin backt "Kopfhörer" für US-Stars

Kaarst/New York : Kaarsterin backt "Kopfhörer" für US-Stars

Mit Handtaschen, Gitarren und Schuhen aus Kuchenteig ist Miriam Milord in New York der große Durchbruch gelungen. Zu ihren Kunden gehören Musiker wie Jay Z, Justin Bieber, Alicia Keys, Barbara Streisand oder die Rolling Stones.

Vergangenen Dienstag erst hat US-Sängerin Alicia Keys einen Ghettoblaster und vier Turnschuhe von Miriam Milord verputzt. Nicht ganz alleine vermutlich. Der Star wird seinen Gästen nach einem Konzert davon angeboten haben. Das jedenfalls lässt sich aus dem geposteten Foto auf Milords Firmen-Facebookprofil "BCakeNY" schließen: Der Mega-Star aus den Vereinigten Staaten setzt das Messer an und schneidet in "Boombox & Sneaker" aus Buttercreme. Sowohl das technische Gerät als auch die trendigen Treter wirken täuschend echt. Das ist Miriam Milords Geschäftsidee. Mit Handtaschen, Gitarren und Schuhen aus Kuchenteig ist die Kaarsterin in New York zur "Konditorin" der Stars geworden. Mittlerweile backt sie für die Rolling Stones, Barbra Streisand und Justin Bieber, unter anderem.

Bei "You Tube" nach Backvideos gesucht

Mit einem Kuchen für ihre schwangere Freundin fing alles an. Die hatte zur Babyparty geladen und die bunten Torten, die es in den amerikanischen Supermärkten zu kaufen gab, konnte sich die junge Deutsche, die nach dem Abitur zum Studieren in die USA ging, nicht leisten. Damals arbeitete Milord noch in einer New Yorker Kunstgalerie. Also suchte sie im Internet-Videoportal "YouTube" nach Backvideos und legte los, in der heimischen Küche. "Von dem Ergebnis waren meine Freunde so begeistert, dass sie mich baten, auch für sie zu backen", sagt sie.

Hobby wurde zum Vollzeit-Job

Was anfangs nur ein Hobby war, wurde ruckzuck zum zweiten Vollzeit-Job: Von 9 bis 17 Uhr arbeitete die Kaarsterin in der Galerie und von 21 bis 5 Uhr in der Küche. Was dann wiederum 2009 dazu führte, dass sich die Kunst- und Grafikdesignerin entschied, hauptberuflich Kuchen zu backen. Sie mietete eine Küche in einem alten Lagerhaus in Brooklyn und überredete ihre Freundin, ihren Job zu kündigen und bei ihr einzusteigen. Heute hat sie fünf Angestellte. Dazwischen, sagt Milord, lagen viele stressige Situationen und viele schlaflose Nächte. Zeitweise hatte sie noch nicht einmal eine Krankenversicherung. Der Durchbruch kam, als die Mutter von Fernsehstar Kourtney Kardashian anrief. Ihre Tochter hatte in ihrem Blog ein Foto von einer Schuh-Torte gepostet. "Ihr liefert doch nach Los Angeles?", fragte sie. "Na klar", sagte Milord - ohne zu wissen, wie das funktionieren soll.

Am Ende gelang es ihr, eine Fluggesellschaft zu überreden, den Schuh gratis auf einem eigenen Sitz nach Los Angeles zu fliegen. "Ich hab von Anfang an so getan, als ob ich einen riesigen Laden hinter mir hätte - obwohl wir nur zu zweit waren." Für die Kaarsterin ist auch das ein Teil ihres Erfolgsrezepts. Der andere besteht aus Butter, Zucker und wahrer Kunst. "Wir backen immer zuerst einen Kuchenblock aus dünnen Schichten. Daraus schneiden wir mit Messern, Sägen, Zangen und Meißeln die Form, wie ein Bildhauer", sagt Miriam Milord. Das Design spricht sie vorher mit den Kunden ab. Bei einer Handtasche mit Lederoptik ist jede Rille von Hand gezeichnet. Deshalb auch die Preise: Eine Torte kostet mindestens 150 Dollar. Milords bisher wertvollstes Werk war eine Couch mit Schuhen und Taschen für 1500 Leute. Sie hat 7000 Dollar gekostet.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kaarst: Kopfhörer und Turnschuhe in Kuchenform

(url/das/url/jre)