Kaarster Wochenmarkt feiert 50-jähriges Bestehen

Seit 50 Jahren in Kaarst : Viel mehr als nur ein Wochenmarkt

Seit 50 Jahren locken die Stände nun nach Kaarst und haben auch eine soziale Funktion. Zum „Geburtstag“ gab es jetzt Geschenke.

Bereits seit 50 Jahren herrscht jeden Mittwoch- und Samstagvormittag ein buntes Markttreiben in Kaarst. Passend zum runden Geburtstag strahlte am Mittwoch die Sonne – genauso wie Adelheid Knoch, Frau der ersten Stunde, die 1968 den Markt mit drei weiteren Händlern gründete.

Als einzige dieser „Viererbande“ ist „Adele“, wie sie von den Kunden liebevoll genannt wird, noch jeden Samstag an ihrem Obst- und Gemüsestand anzutreffen. Nun war sie extra angereist, denn Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus hatte ein besonderes Geschenk für Adelheid Knoch dabei: eine Ehrenurkunde für ihre „fünfzigjährige Präsenz“ auf dem Markt.  „Im Schatten von Sankt Martinus an der Rathausstraße hat alles angefangen“, erinnert sich die 78-Jährige.

Als 1996 der Markt an den heutigen Standort vor dem neuen Rathaus wechselte, wollte eigentlich keiner der Händler den angestammten Platz verlassen. „Aber nun ist es hier auch sehr schön – und jetzt will keiner hier weg“, meinte Adele. Ulrike Nienhaus dankte ihr für die langjährige Treue zusätzlich mit einem Blumenstrauß und einer Flasche Sekt, die mit Kaarster Motiven aus früheren Zeiten geschmückt war. „Der Markt ist als Treffpunkt für alle Generationen und Begegnungsstätte sehr wichtig. Zudem bietet er frische Produkte aus der Region“, betonte Nienhaus.

Brigitte Kaulen vom Ordnungsamt erklärte, dass auch so genannte Marktmeister seit 50 Jahren für einen reibungslosen Ablauf des Geschehens sorgen, immer begleitet von der Stadt. Aktuell beschicken 21 „feste“ Händler den Markt, sieben bis fünf sporadische kommen spontan dazu. Die Bürgermeisterin  drehte eine Runde und überreichte allen Händlern eine Flasche Sekt.

Fischhändler Stefan Peuten zeigte sich erfreut: „Unsere Firma kommt seit über 30 Jahren hierher, ich bin seit 20 Jahren dabei und sehr zufrieden in Kaarst“, sagte er. Alexander Kluck fehlten vor seinem Angebot aus Haushaltswaren beinahe die Worte, als er das Präsent in Empfang nahm: „Das ist Gänsehautfeeling“, sagte er. Die gemütlichen Gesprächsrunden vor dem Kaffeemobil „Tüt tüt“ zeigten, wie sehr der Markt als sozialer Kitt funktioniert und als Umschlagplatz für Neuigkeiten aus erster Hand: „Hier treffen sich viele Kaarster aus allen Ortsteilen – der Nordkanal ist keine Begrenzung. Man erfährt zwischenmenschliche Dinge und es gibt kaum Kleiderstände“, philosophierte der frühere Kämmerer Heinz-Dieter Vogt und genoss gemeinsam mit dem ebenfalls im Ruhestand befindlichen früheren Chef der Feuerwehr, Herbert Palmen, eine Tasse Kaffee. „Der Markt hat einfach Flair – und bodenständige Händler“, fasste Palmen zusammen.

Ein treuer Kunde ist auch Manfred Thomann: „Seit 30 Jahren schätze ich das regionale Angebot.“

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