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Kaarster Steine: finden, posten, verstecken

Neuer Trend : Kaarster Steine - finden, posten, verstecken

Seit einigen Wochen gibt es in der Stadt Kaarst einen neuen Trend: Steine bemalen und verstecken. Dabei zeigen die Bürger ihre ganze Kreativität. Eine wichtige Rolle spielt dabei das soziale Netzwerk Facebook.

So mancher Spaziergänger wird sich wundern, warum überall in der Stadt bemalte Steine auf Bänken, vor Bäumen, in Vorgärten oder auf Stromkästen liegen. Die Antwort ist ganz einfach: Der neue Trend „Kaarster Steine“. Unter diesem Namen hat sich Ende Februar eine Facebook-Gruppe gegründet, die mittlerweile 440 Mitglieder (Stand: Donnerstag) hat. Das Prinzip ist simpel – und lockt Familien und Kinder in der Corona-Krise zu Spaziergängen nach draußen. Eine willkommene Abwechslung während der Pandemie. Regeln gibt es eigentlich keine – abgesehen davon, dass die Steine, die gefunden werden, möglichst auf Facebook gepostet und danach wieder versteckt werden sollen. Und auf den Steinen sollte das Motto „Kaarster Steine“ stehen, ansonsten sind den Kindern und Erwachsenen keine künstlerischen Grenzen gesetzt.

Täglich werden neue Steine mit anderen, immer kreativeren Motiven bemalt und in der Stadt versteckt und gepostet. Und weil die Menschen Erfolgserlebnisse gerade in dieser Zeit brauchen, freuen sie sich über jeden von ihnen bemalten gefundenen Stein. Unter den gefundenen Steinen, deren Bild auf Facebook gepostet wird, melden sich diejenigen, die ihn bemalt haben zu Wort. Daraus entsteht ein Stein-Kreislauf, denn die gefundenen Steine werden erneut versteckt und von anderen Spaziergängern – meist Familien mit Kindern – erneut gefunden. Vor allem die Kinder sind begeistert – und da sie in der derzeitigen Situation viel Zeit zum Malen und Spazierengehen haben, sind viele bunte Steine im Stadtgebiet unterwegs. Am Kaarster Rathaus wurde sogar eine „Stein-Raupe“ angelegt, von der allerdings kein kleines Kunstwerk mitgenommen werden sollte. Manche Steine wurden sogar schon im Neusser Stadtteil Rosellen gefunden, der Trend wandert somit durch die Region.

Doch was macht den Trend so interessant? Zum einen die Verbindung von Spannung, Freude und Kreativität. Zum anderen wollen viele Menschen einfach sehen, wohin es den mit ihren eigenen Händen bemalten Stein so trägt. Die Idee hat Susanne Röttgen, Gründerin der Facebook-Gruppe, aus Witten mit nach Kaarst gebracht. „Es hat mich so erfreut, diese tollen Steine zu sehen, dass es klar war: Kaarst braucht gerade in dieser Zeit so eine tolle Gruppe“, erklärt sie ihre Motivation. Ihr zaubere jeder Stein ein Lächeln ins Gesicht. „Jeder Spaziergang ist ein Abenteuer“, ergänzt Bruni Zupke. Und es stimmt, der Selbstversuch zeigt: Durch die „Kaarster Steine“ sind die Spaziergänge viel aufregender. Man weiß nie, wo der nächste Stein auf einen wartet und wie er bemalt ist.