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Kaarster See wird zum Taufbecken

Kaarster See wird zum Taufbecken : Taufe wie zu Jesu Zeiten

Bevor die Badegäste kamen, wurden am Sonntag 32 Täuflinge in die evangelische Kirchengemeinde aufgenommen. Vier Pfarrer aus Kaarst und einer aus Kleinenbroich führten die Zeremonie durch.

„Herzlich willkommen“, schallte es am Sonntag immer wieder über den kleinen Kaarster See. Gemeint waren aber nicht die Badegäste, sondern 32 Täuflinge, 25 aus Kaarst und sieben aus Kleinenbroich. Und mit dem Willkommensgruß wurden die Kinder, Jugendlichen und zwei Erwachsenen nach ihrer Taufe im See liebevoll als neue Kirchenmitglieder begrüßt. Als Täufer waren Maike Neumann, Annette Marianne Begemann, Martin Pilz und Ralf Düchting von der evangelischen Kirchengemeinde in Kaarst sowie Gernot Wehmeier von der evangelischen Kirche in Kleinenbroich aktiv. Trotz Einhaltung der Abstand- und Hygieneregeln wegen der Corona-Pandemie verbreitete sich eine zugleich lockere wie andächtige Atmosphäre. Die Tauffamilien hatten Campingstühle mitgebracht oder machten es sich auf Decken gemütlich. So wie Familie Dresen, deren siebenjährige Zwillinge Luke und Piet ihrer Taufe etwas aufgeregt entgegen sahen. Zwar waren sie schon oft im Kaarster See schwimmen, aber sich bewusst Wasser über den Kopf gießen zu lassen, war dann doch nochmal etwas anderes.

Mutter Claudia Dresen erzählte, dass sie von der Kirchengemeinde angeschrieben wurden: So entstand der Wunsch der Familie nach einer Taufe. Dirk Meier und seine Frau ließen gleich zwei Kinder taufen: die zweijährige Helene und ihren sechs Wochen alten Bruder Fritz. Der Glaube und die Gemeinschaft der Christen werde in heutigen Zeiten immer wichtiger, meinte der Vater. In seiner Begrüßung hob Ralf Düchting das Schöne dieses Tages hervor: miteinander Nähe und Leben aus der Freude des Glaubens heraus zu erfahren. Auf das lebensverbindende Element Wasser wies Martin Pilz in seiner Ansprache hin: Mit dem Wasser der Taufe tauchen die Täuflinge ein in Gottes Welt – der Glaube an ihn trägt durch gute und schwere Zeiten. Und er betonte auch die Ewigkeitsgültigkeit der Taufe, die nicht rückgängig gemacht werden kann. Dann wurde es ernst: Die Geistlichen verteilten sich am Seeufer, gingen mitsamt Talaren ins Wasser und gossen behutsam den Täuflingen drei Mal Wasser über den Kopf. Anschließend segneten sie die Neuchristen und ihre Familien.

Diese Szenen ließen biblische Darstellungen von Taufen lebendig werden und wirkten sehr berührend. Für Laura Schmoll (13) ist die Betrachtung des Lebens aus christlicher Sicht wichtig – sie feiert nach ihrer Taufe bald das Fest der Konfirmation. Musikalisch umrahmt wurde die Tauffeier vom Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Neuss-Süd. Auch die DLRG zeigte Präsenz, musste aber nicht eingreifen.