Kaarster Modell testet Leistungsfähigkeit der Schüler

Test der SG Kaarst : Wie fit sind Grundschulkinder?

Die SG Kaarst erfasst im dritten Jahr die aktuelle sportmotorische Leistungsfähigkeit von Zweitklässlern. Daraus sollen Fördermaßnahmen abgeleitet werden. Grundlage ist ein Düsseldorfer Modell.

Die SG Kaarst bietet das sogenannte Kaarster Modell an. Es basiert auf dem Düsseldorfer Modell aus dem Jahr 2002.

„Weil das Modell erfolgreich ist und mittlerweile in vielen Kommunen durchgeführt wird, dachten wir uns: warum nicht auch in Kaarst?“, erklärt der Vorsitzende der SG Kaarst, Andreas Warnt. Bereits im dritten Jahr führt der Verein die Tests an Schülern der zweiten Klasse der Grundschule Stakerseite durch. Erstmals ist in diesem Jahr ist auch die Katholische Grundschule Alte Heerstraße als Kooperationspartner dabei. Drei ausgebildete Tester sowie drei weitere Helfer sind dann einen Vormittag in den Schulen und testen alle Zweitklässler. Die Kosten in Höhe von etwa 800 Euro pro Tag trägt der Verein. Einen Utensilien-Koffer im Wert von 2000 Euro als Anschubfinanzierung habe die Stadt vor zwei Jahren zwar spendiert. „Mehr ist aber nicht passiert“, klagt Warnt. Unterstützung seitens Politik und Verwaltung gebe es kaum.

Im Gegensatz zu anderen Kommunen, die auch das Düsseldorfer Modell übernommen haben und diesem offenbar mehr Bedeutung beimessen. Das zeigte sich kürzlich bei einem Erfahrungsaustausch in Düsseldorf. „Ob Mönchengladbach, Hilden, Viersen, Ratingen, Mülheim oder Neuss: überall dort gibt es weit mehr Unterstützung“, sagt Warnt. Meist sogar durch eigens damit beauftragte hauptamtliche Mitarbeiter im Sportamt. „Nur wir als Verein sind wie ein gallisches Dorf, das gegen Widerstände und um Anerkennung kämpfen muss.“ Dabei seien die Tests weder Werbung für die SG Kaarst noch bloße Fitness-Checks. Sie zeigten vielmehr genau auf, wie es um die Leistungsfähigkeit der Kinder bestellt sei, erklärt Vorstandsmitglied Sigmar Thieme. „Die Schule kann die Ergebnisse nutzen, um die Schwerpunkte im Sportunterricht anzupassen, wenn bestimmte Defizite erkennbar sind“, so Warnt. Und letztlich könne dies auch der Stadtentwicklung zugute kommen. Warnt: „Es gibt andere Kommunen, die sogar ihre Spielplätze aufgrund der Testergebnisse verändern.“ Schon mehrfach habe die SG angefragt, dem Sportausschuss die bisherigen Ergebnisse des Kaarster Modells und deren Bedeutung vorstellen zu dürfen. „Auch versuchen wir seit zwei Jahren, auf die Tagesordnung der Schulleiterkonferenz zu kommen“, sagt Warnt. Als Antwort käme dann: „Das sprengt die Tagesordnung.“ Politik und Verwaltung müssten erkennen, wie wichtig der Kinder- und Jugendsport sei. Warnt appelliert: „Warum werden die Kompetenzen der Sportvereine nicht abgerufen?“

An der Stakerseite steht übrigens bald der erste Re-Test an. Dann werden die Viertklässler überprüft, die vor zwei Jahren beim Start des Kaarster Modells dabei waren. „Dann können wir abgleichen, ob und was in den zwei Jahren passiert ist“, sagt Warnt. Und es zeige sich, ob das Kaarster Modell was gebracht habe.