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"Kaarster gegen Fluglärm" fragen Bundestagskandidaten zum Flugverkehr

Fragen des Vereins „Kaarster gegen Fluglärm“ : Grüne fordern europäische Kerosinsteuer

Der Verein „Kaarster gegen Fluglärm“ hat Bundestagskandidaten aus dem Wahlkreis 110 zum Flugverkehr befragt. Vor allem bei den Fragen nach den Subventionen und der Streichung von Kurzstreckenflügen sind Unterschiede zu erkennen.

Das Thema Fluglärm hat für die Stadt Kaarst weiterhin eine große Bedeutung. Da sie in den Bundestagswahlkreis 110 fällt, hat der Verein „Kaarster gegen Fluglärm“ die Direktkandidaten der CDU, SPD, Grünen, FDP und Linke Fragen zur Zukunft des Luftverkehrs gestellt und die Antworten auf der Homepage veröffentlicht. „Auf Bundesebene gab es leider in der zu Ende gehenden Wahlperiode keine erkennbaren Fortschritte zur Reduzierung von Fluglärm und von anderen Emissionen. Deshalb setzen wir auf den neuen Bundestag“, erklärt der Vereinsvorsitzende Werner Kindsmüller. Vor allem müsse es darum gehen, klimaschädliche Flugbewegungen, wie Kurzstreckenflüge künftig zu vermeiden.

Zudem erwarten die Fluglärmgegner von den Bundestagskandidaten, dass sie sich dafür einsetzen, dass die erheblichen Subventionen für den Luftverkehr gestrichen werden. Eine zentrale Erwartung an die künftigen Bundestagsabgeordneten besteht darin, dass sie sich dafür einsetzen, dass der Luftverkehr klimaneutral wird. Bis dahin, so die Auffassung der Fluglärmgegner, müssen die ökologischen Schäden, die vom Luftverkehr ausgehen, in den Ticketpreis einbezogen werden.

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Die Antworten der Kandidaten fallen unterschiedlich aus, auf eine Bewertung haben die Fluglärm-Gegner bewusst verzichtet. „Wir wollen uns vor keinen politischen Karren spannen lassen“, sagt Kindsmüller: „Jeder Bürger kann sich seine eigene Meinung bilden.“

Vor allem bei den Fragen nach den Subventionen und der Streichung von Kurzstreckenflügen sind Unterschiede zu erkennen. Katharina Voller (Bündnis 90/Die Grünen) fordert, Subventionen abzubauen und fortlaufende Finanzmittel für Flughäfen zu beenden. Die Grünen setzen sich für die Einführung einer europäischen Kerosinsteuer ein, wie Voller erklärt. Dagegen will Ansgar Heveling Flüge, bei denen alternative Kraftstoffe eingesetzt werden, von der Luftverkehrssteuer befreien. Otto Fricke (FDP) erklärt, dass die Liberalen durch gesetzliche Änderungen und internationale Vereinbarungen Subventionen abbauen wollen. Eine preisliche Untergrenze für Flüge bringt SPD-Kandidat Philipp Einfalt ins Gespräch. „Kein Flug darf günstiger sein als die Flughafengebühr“, sagt er. In einem Punkt sind sich alle einig: Der Verkehr muss von der Luft auf die Schiene verlagert werden. Katharina Voller wird deutlich: „Kurzstreckenflüge wollen wir ab sofort verringern und bis 2030 überflüssig machen, indem wir massiv Bahnangebote ausweiten und für faire Wettbewerbsbedingungen zwischen den Verkehrsmitteln sorgen.“ Das fordern auch die Fluglärm-Gegner. „Es macht keinen Sinn mehr, nach München oder Berlin zu fliegen, weil die Flughäfen so weit außerhalb liegen“, sagt Kindsmüller.