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Kaarst: Kaarster finden LED-Licht gut

Kaarst : Kaarster finden LED-Licht gut

In Driesch läuft seit einem Jahr ein deutschlandweit einmaliges Pilotprojekt des RWE: Die Bewohner sollen verschiedene stromsparende Straßenlaternen bewerten. Mit der Resonanz sind die Betreiber enorm zufrieden.

Im vergangenen Jahr war Driesch ein bisschen so etwas wie "the place to be" — der Ort, an dem man sein muss, jedenfalls aus straßenbeleuchtungstechnischer Sicht. Zur Erinnerung: Im August 2010 hat das RWE Deutschland in Kaarsts kleinstem Stadtteil ein deutschlandweit einmaliges Pilotprojekt gestartet.

Die Bürger sollen 90 stromsparende Straßenlaternen mit verschiedenen Formen, Lichtfarben, Lichtverteilungen und Designs bewerten. Seither haben die Kaarster die Wahl: warmweißes, neutralweißes oder kaltweißes Licht? Mit eher geringer, mittelstarker oder großer Strahlkraft? In klassischem, modernem oder futuristischem Design?

Design ist nicht so wichtig

51 — zum Teil internationale — Besuchergruppen mit rund 800 Teilnehmern sind mittlerweile durch den Ort gezogen und haben ihr Urteil abgegeben. Gleichzeitig wurden rund 250 Kaarster per Fragebogen interviewt. "Die Resonanz", sagt Regionalleiter Hans Fabelje, "war größer als erhofft." Das zeige das große Interesse an der Vielfalt des LED-Lichts.

Unterm Strich zieht das RWE deshalb eine positive Halbzeitbilanz: 90 Prozent der befragten Kaarster bewerten die LED-Straßenbeleuchtung in Driesch mit gut bis sehr gut. "Am wichtigsten", sagt Bereichsleiter Frietjof Gerstner, "ist den Bürgern, dass die Beleuchtung energieeffizient ist. Das Design spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle — das hat uns schon ein bisschen überrascht."

Auch interessant: Mehr als 80 Prozent der Befragten fühlen sich durch die LED-Beleuchtung sicherer. "Das", sagt Gerstner, "gilt vor allem für die älteren Anwohner." Die scharfe Hell-Dunkel-Abgrenzung der Licht emittierenden Dioden kommt dagegen weniger gut an. Weiterhin: 44 Prozent bevorzugen eine neutrale Lichtfarbe. Kaltes, blaustichiges Licht wird abgelehnt. "Das heißt, die Bürger wollen einen Kompromiss zwischen Energieeffizienz und Wohlbefinden", sagt Hans Fabelje.

Diese Einschätzung bestätigt auch Manfred Meuter, Technischer Beigeordneter der Stadt Kaarst. Das bislang straßenbeleuchtungslose Neubaugebiet am Haindörnchen soll zum Ende des Jahres mit LED-Lampen ausgestattet werden. Die Verwaltung werde zur nächsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses einen Vorschlag erarbeiten, wie man die städtische Leuchtenfamilie erweitern könne. "Zu viele unterschiedliche Typen innerhalb der Stadt", sagt Meuter, "sind nicht sinnvoll."

Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt sollen jedenfalls bis Ende März 2012 vervollständigt werden. "Im nächsten Schritt werden wir weitere LED-Leuchten testen", sagt Thomas Stöcker, LED-Beleuchtungsexperte des RWE-Regionalzentrums Neuss. "Jetzt konzentrieren wir uns auf Produkte von kleineren Leuchtenherstellern, werden aber auch die zweite Generation der leuchten von etablierten Firmen einsetzen."

(NGZ)