Kaarst: Kaarster feiern Johannes II.

Kaarst : Kaarster feiern Johannes II.

Gutes Wetter, ein stattliches Regiment, prächtiger Blumenschmuck, das sind die Eckdaten des Schützenfest-Wochenendes in Kaarst. Auch das Zelt war Samstagabend gut besucht – trotz des ersten EM-Auftritts der Deutschen.

Gutes Wetter, ein stattliches Regiment, prächtiger Blumenschmuck, das sind die Eckdaten des Schützenfest-Wochenendes in Kaarst. Auch das Zelt war Samstagabend gut besucht — trotz des ersten EM-Auftritts der Deutschen.

"Unser Schützenfest ist die größte kulturelle Veranstaltung in Kaarst", ist auf einem Plakat am Festplatz zu lesen — die Schützen geben sich selbstbewusst. Kein Wunder, schließlich lief zum Start alles wie am Schnürchen: Das Wetter spielte mit, und das Wissen, dass am Dienstag zwei Königsbewerber versuchen, den Vogel von der Stange zu holen, hob die Laune auch ganz erheblich.

Mit Böllerschüssen eröffnet

Kinder hielten sich die Ohren zu, als das Schützenfest am Samstag um 12 Uhr mit Böllerschüssen eröffnet wurde. Bürgermeister Franz-Josef Moormann nahm den Fassanstich vor, Brudermeister Claus Schiffer verriet die Erfolgsformel der Kaarster Schützen: "Wir verbinden Tradition und Moderne." Schützenkönig Johannes II. Hügen hatte nicht nur Königin Andrea mitgebracht, sondern auch die achtjährige Tochter Johanna, die vom Riesenapplaus sichtlich beeindruckt war.

Abends sollte nicht die Übertragung der Begegnung Deutschland gegen Portugal die Regie übernehmen: Theken-Viewing war angesagt. Trotzdem war das Zelt erstaunlich gut besucht — und der König glücklich: "Als Majestät erlebt man das Fest aus einer ganz anderen Perspektive", erklärte er. Das gute Wetter war für ihn wenig überraschend, hatte er doch den Weg über den Nordkanal angetreten, um in Vorst den Heiligen Antonius zu putzen.

"Wer hier nicht dabei sein will, muss verreisen oder wegziehen": Solch markigen Worte fand Präses Axel Werner vor der Parade. Konny Wilms kündigte ein 1530 Mann starkes Regiment an, fand Interviewpartner wie Wim Johnen. Der 82-Jährige ist Mitbegründer der Scheibenschützen, die jetzt 50-jähriges Jubiläum feiern. Heinz Drössler (101), der ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern der Scheibenschützengesellschaft gehört, hatte sich entschuldigen lassen.

Die 27 Edelknaben führten zum ersten Mal ihre neue Fahne mit. Pater Georg marschierte im Jägerzug "Treue Freunde" mit, der ehemalige Präses Jürgen Arnolds hat sich für heute und morgen angekündigt — er wird sich in den Grenadierzug "Spätzünder" mit einreihen.

Die Tribüne für das Königshaus und die Ehrengäste neben der "Martinsklause" erwies sich als Sonnenbank, die Marschierer schalteten auf Stechschritt um, wenn sie dort vorbeikamen. 77 Züge, prächtige Blumenhörner — das Kaarster Regiment kann sich sehen lassen. Zum ersten Mal wurde am Nachmittag der Edelknabenkönig im Rahmen einer kleinen Zeremonie gekrönt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Große Schützenparade in Kaarst

(NGZ/url)
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