Kaarst: Kaarster entwickelt Ehrenamtler-App

Kaarst : Kaarster entwickelt Ehrenamtler-App

Zwei Studenten aus Kaarst und Kempen wollen Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, und Organisationen, die freiwillige Helfer suchen, zusammenbringen. Dazu planen sie eine App fürs Smartphone.

Es fing an mit der Aufgabe fürs Studium, einen Businessplan für eine Smartphone-App oder Website zu entwickeln. Heute stehen Kamil Lesch (23) aus Kaarst und Cedric Franzes (21) aus Kempen, beide Studenten der Betriebswirtschaftslehre im sechsten Semester, mit einem zwölfköpfigen Team kurz vor der Realisierung ihres Projekts "Dank-Dir". "Wir fanden es einfach zu schade, die Idee in der Schublade verschwinden zu lassen", erzählt Franzes.

Die Idee ist eine App, also ein Programm für Smartphones, das das Ehrenamt modernisieren soll. Es bietet ein Portal, auf dem interessierte Ehrenamtler und Organisationen aus der Region zusammenfinden. "Wir wollen kurzfristig und bedarfsorientiert ehrenamtliche Jobs vermitteln. Viele junge Leute sind sozial engagiert, wissen aber nicht, wo sie sich einbringen können und wollen sich nicht binden", sagt der Kempener. Ehrenamt-Portale gebe es zwar viele, aber sie seien oft unübersichtlich und Interessierte müssten umständlich nach Angeboten suchen.

Das Projekt "Dank-Dir" soll nun Abhilfe schaffen. App-Nutzer können dort zum Beispiel angeben, dass sie Angebote für den Raum Kempen erhalten wollen. Wenn sich dann ein Angebot ergibt, erhält der Nutzer eine sogenannte Push-Benachrichtigung auf sein Smartphone und kann mit der Organisation in Kontakt treten. Auch längerfristige Engagements können so vermittelt werden.

Das Team hinter der App besteht aus Studenten, Angestellten und einem Doktoranden. Die Mitglieder kommen aus ganz Nordrhein-Westfalen und arbeiten ehrenamtlich rund zehn Stunden in der Woche an dem Projekt. Sie wollen die App zunächst nur in Kempen anbieten und dann Schritt für Schritt ausbauen. "Wir wollen eng mit den Organisationen zusammenarbeiten und auch lokale Unternehmen einbinden. Das funktioniert nur, wenn wir ganz klein vor Ort anfangen", erklärt Franzes.

Ziel ist, in jeder Stadt, für die es "Dank- Dir" gibt, ein Teammitglied zu haben, das nur für die dortigen Organisationen zuständig ist. Es gibt bereits einen Prototypen der App, eine Website befindet sich im Aufbau. Die Facebook-Seite zu der Anwendung bekam innerhalb von 24 Stunden fast 200 "Gefällt mir"-Angaben. Der nächste Schritt wäre die Gründung einer gemeinnützigen GmbH oder UG, doch das kostet.

Auch um ihre App zum Beispiel bei Apple anzubieten, müssen die Entwickler zahlen. Um diese Kosten zu decken, sucht das Team Sponsoren. "Wir wollen lokalen Unternehmen anbieten, dass sie gegen eine Spende – egal, wie groß – Banner in unserer App zeigen können", so Franzes. Außerdem haben die Entwickler ihren Businessplan bei einer Ausschreibung des Discounters "Aldi" eingereicht. Dort sind sie bereits unter den besten sechs Einsendungen und werden mit einem kleinen Betrag finanziell unterstützt.

(NGZ)