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Kaarst: Kaarster Brunnenwasser im Test

Kaarst : Kaarster Brunnenwasser im Test

Im Labormobil des VSR-Gewässerschutzes konnten die Kaarster jetzt das Wasser aus ihren privaten Brunnen unter anderem auf Keime und Schadstoffe untersuchen lassen. Die Ergebnisse fielen unterschiedlich aus.

Wegen einer kleinen Glasflasche war Monika Wasmer zum Neumarkt gekommen. Die hatte sie morgens mit Wasser aus ihrem zehn Meter tiefen Brunnen gefüllt. Vor dem Rathaus konnte sie dieses dann von Diplom-Physiker Harald Gülzow im Labormobil des VSR-Gewässerschutzes untersuchen lassen.

"Ich will wissen, wie ich das Wasser verwenden kann", sagt Wesmer. Was sie schon weiß: Für ihren Pool ist das Wasser nicht geeignet. "Da drin hat sich das Wasser schwarz gefärbt." Das lasse auf zu viel Eisen im Wasser schließen, sagt sie. Die Färbung entstehe in Verbindung mit dem Chlor. Derzeit nutzt sie ihr Wasser nur zum Wässern der Blumen. "Wenn die Werte okay sind, kann ich mir aber auch vorstellen, es zu trinken."

Hoher Nitrat-Gehalt

Monika Wesmer ließ ihr Wasser für 19 Euro auf Nitrat, Eisen, Salz und pH-Wert untersuchen. Die Ergebnisse werden ihr in ein paar Wochen mit einer Bewertung zugeschickt. Aber es ging auch noch viel detaillierter: Die teuerste Untersuchungsvariante kostete 98 Euro. Da sind dann unter anderem auch Werte zur Belastung mit E.Coli oder halogenhaltigen Pestiziden mit drin. Insgesamt nahm Harald Gülzow 84 Proben. 16 davon untersuchte er sofort vor Ort auf Nitrat-, Säure- und Salzgehalt. Die Ergebnisse fielen durchaus unterschiedlich aus. Für den ländlichen Bereich waren die Werte vergleichsweise gut. "Innerstädtische Brunnen könnten bessere Ergebnisse haben", sagt der Physiker. Ein genaues Bild könne er aber erst Ende August zeichnen. Dann sind alle Proben ausgewertet.

Unbedenklich seien die Werte des Säure- und Salzgehalts gewesen. Einen bedenklichen Wert habe es allerdings gegeben. In einem Brunnen konnte Gülzow 117 Milligramm Nitrat in einem Liter nachweisen.

"Normal ist ein Wert unter 25", sagte er. Ein derart erhöhter Nitrat-Wert entstünde meistens dann, wenn ein Bauer zu stark düngt. "Das muss aber nicht der benachbarte Bauer sein", sagte Gülzow. "Teilweise wirkt sich das noch 20 Kilometer weit entfernt aus."

(JaHu)