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Kaarst: Werden die Anforderngskriterien für Unternehmen gelockert?

Gewerbegebiete in Kaarst : Regeln könnten gelockert werden, um mehr Unternehmen anzulocken

Ein Grundstück wurde bereits verkauft, zwei andere könnten schon bald folgen. Bürgermeisterin Ursula Baum beantwortete Fragen zu den Gewerbegebieten in Kaarst. Dort gibt es auch Überlegungen, bestehende Regeln zu lockern. Das könnte Einzelhändler anlocken.

Auf der letzten politischen Ausschusssitzung vor der Sommerpause bezog Bürgermeisterin Ursula Baum noch einmal Stellung zu den von der schwarz-grünen Fraktion eingereichten Fragen zu den Gewerbegebieten. Konkret wollte Dennis Oscheja (CDU) wissen, ob es bereits Resultate gibt, die sich an zukünftigen Gewerbeeinnahmen messen lassen. „Wir haben viele Interessenten für das Kaarster Kreuz. Es gibt viele Wenns und Abers, aber wir sind auf einem guten Weg“, erklärte Ursula Baum. Auf dem alten Ikea-Gelände sei bereits ein Verkauf getätigt werden, zudem gebe es Verhandlungen über zwei weitere Grundstücke. „Da haben wir einen sehr interessanten Kunden aus dem Bereich Medizintechnik“, erklärte Baum. Einen Interessenten aus der gleichen Branche gebe es für den Bereich Holzbüttgen-Ost. „Wir könnten die Grundstücke jederzeit vermarkten, es kommen sehr viele Anfragen rein. Aber nicht von Unternehmen, die wir wollen. Da liegt die Krux“, sagte die Bürgermeisterin.

Die schwarz-grüne Koalition stellte noch einmal klar, dass sie von den Anforderungskriterien nicht abweichen wolle und fragte die Chefin der Wirtschaftsförderung explizit nach einer möglichen Ansiedlung von Einzelhändlern. „Wir haben einen sehr großen Kaufkraftabfluss aus Kaarst und müssen uns etwas einfallen lassen. Wir haben nirgendwo ein Gewerbegebiet, wo man einkaufen gehen kann. Es gibt noch nicht einmal einen Bäcker. Das ist nicht mehr das Gewerbegebiet von heute“, sagte Baum. Die Bebauungspläne würden Einzelhandel in diesen Gebieten zwar verbieten, allerdings würde Baum gerne eine große Drogeriekette in Kaarst haben, die in einem Gewerbegebiet liegt. „Nicht jeder fährt in die Innenstadt und geht zu dem dortigen Drogisten“, so Baum. Als Ziel nennt sie die Unternehmen, die international unterwegs sind. „Ich bin sehr positiv gestimmt, dass wir mit den Exposés und den Möglichkeiten, die wir haben, gute Kunden finden.“ Baum forderte alle Fraktionen auf, ihr die Netzwerke zur Verfügung zu stellen, um „das beste für die Stadt Kaarst“ zu erreichen.

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Ob es möglich sei, die Anforderungskriterien ein wenig zu lockern, wollte Dirk Salewski, Fraktionsvorsitzender der FDP, wissen. „Das wäre sehr viel einfacher“, sagte Wirtschaftsförderer Axel Süßbrich. Es gebe viele Anfragen von Unternehmen, die aber nicht in das von der Politik beschlossene Profil für die Gewerbegebiete passen. Christian Gaumitz (Grüne) warnte davor, jetzt plötzlich Einzelhandelsunternehmen anzusiedeln, er würde den Verkehr komplett zum Erliegen bringen und die Stadt müsste viele Millionen Euro investieren. „Ich bitte darum, das sehr sorgfältig abzuwägen.“