Kaarst: Weltladen schließt nach 25 Jahren

Fair-Trade-Handel in Kaarst : Weltladen schließt Ende Juni nach 25 Jahren

In der Stimme von Juliane Fritz schwingt Wehmut mit. Am 30. Juni ist der letzte Verkaufstag des Weltladens in Kaarst.

In der Stimme von Juliane Fritz schwingt Wehmut mit. „Dadurch, dass wir keinen Nachwuchs haben und die Supermärkte mittlerweile auch vermehrt Fair-Trade-Produkte anbieten, müssen wir unseren Laden leider schließen“, sagt die Seniorin. Fritz war vor 15 Jahren in den Laden eingestiegen, vor 25 Jahren war der Laden ins Leben gerufen worden.

Am 30. Juni ist der letzte Verkaufstag. Bis dahin hofft Juliane Fritz, noch viele Kunden begrüßen zu können. Der Weltladen hat viermal in der Woche geöffnet, und zwar zu den gleichen Zeiten wie die Bücherei nebenan. Jeden Mittwoch am Vor- und am Nachmittag sowie samstags und sonntags. Dass die Kunden mittlerweile ausbleiben, kann Juliane Fritz nachvollziehen. „Das ist leider der Zeitgeist“, sagt sie. Fritz und ihre Kolleginnen – die meisten davon ebenfalls Pensionäre – haben sich auch öffentlich auf Märkten oder Stadtfesten präsentiert, und in den Tagen danach war der Laden auch immer voll. Aber auf Dauer war er einfach nicht zu retten. Zwar würden noch Stammkunden kommen und fair gehandelte Lebensmittel kaufen, mehr aber auch nicht. Früher verkaufte der Weltladen sogar Krippen aus Peru. „Die waren eine Zeit lang der Renner“, sagt Juliane Fritz. Aber irgendwann hat nun einmal jeder eine Krippe, und der Hype verebbte. Was auf den Weltladen folgt, weiß Juliane Fritz noch nicht.

Mehr von RP ONLINE