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Kaarst: Weihnachtsmarkt in Holzbüttgen steht auf der Kippe

Veranstaltung in Kaarst-Holzbüttgen : Weihnachtsmarkt steht auf der Kippe

Bernhard Wieschollek weiß noch nicht, ob sein Weihnachtsmarkt auf dem Lindenplatz stattfinden kann. Der 68-Jährige hofft, dass Corona der Veranstaltung keinen Strich durch die Rechnung macht.

Alles hat im Garten von Inge und Bernhard Wieschollek angefangen. Vor rund 20 Jahren hatten sie die Idee, einen Weihnachtsmarkt für Freunde auszurichten. Als dieser immer größer wurde, reichte der heimische Garten nicht mehr aus. Es ging dann 2009 auf den Lindenplatz in Holzbüttgen. Bis heute sind Inge und Bernd Wieschollek dabei. Doch ob der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr stattfinden kann, wissen die beiden noch nicht. „Ich hoffe es, aber es sieht nicht gut aus“, sagt Bernd Wieschollek bei unserem Besuch in seinem Keller, in dem er allerlei Dinge aufbewahrt: Alte Waffen und Rüstungen, selbst gemalte Bilder, im Wohnzimmer stehen Karussell-Pferde und Räuchermännchen von seiner Frau. Wieschollek ist Handwerker-Meister, arbeitete früher als Raumausstatter.

Dem Handwerken ist er treu geblieben und baut und restauriert mittlerweile Karussells oder Bonbon-Wagen, mit denen er auf rund vier Festen im Jahr unterwegs ist. So finanziert er einen Teil des Weihnachtsmarktes, der immer am zweiten Advent auf dem Lindenplatz stattfindet, mit. Das restliche Geld wird durch den Markt selbst reingeholt. Doch Gewinn macht Wieschollek mit dem Weihnachtsmarkt nicht. Das will er auch gar nicht. „So ein Markt ist nicht dafür da, Geld zu verdienen. Er trägt sich immer gerade so“, sagt Wieschollek. Im Februar hat er angefangen, den 33 Ausstellern auf dem Markt eine Anmeldung zu schicken mit einem Zusatzbrief, dass er nicht wisse, ob der Markt in diesem Jahr wirklich stattfinden kann. Selbst das Ordnungsamt habe ihm gesagt, dass es ihm bei dieser Frage auch nicht helfen kann. Die Aussteller haben die unterschriebenen Verträge bereits allesamt zurückgeschickt, spätestens Anfang November muss Wieschollek den Markt bei der Stadt Kaarst anmelden. „Im Augenblick ist der Markt bestückt“, sagt Wieschollek. Sollte der Weihnachtsmarkt nicht stattfinden, muss er an sein Erspartes rangehen, weil die Miete für seine Buden, Karussells und andere Sachen ja weiterlaufen. Insgesamt investiert Wieschollek 6000 bis 7000 Euro im Vorfeld des Weihnachtsmarktes. Sollten die Corona-Fallzahlen wieder steigen, „können wir den Markt vergessen“, sagt er.

Ohne die Hilfe des „Freundeskreises“ würde der 68-Jährige den Weihnachtsmarkt allerdings nicht stemmen können. „Man braucht Freunde, die da viel Herzblut reinstecken“, sagt er. Eine abgespeckte Version mit Sicherheitsabständen oder Einlasskontrollen würde dem Markt seinen Charme nehmen. „Dann lassen wir es lieber“; sagt Wieschollek: „Wir wollen die Menschen in eine andere Zeit versetzen und aus dem Alltag rausholen.“ Am liebsten ohne Mundschutz und ohne Auflagen.