Kaarst: Verbraucher-Initiative warnt Seniroen vor "Dr. Internet"

Veranstaltung in Holzbüttgen : Verbraucher-Initiative warnt Senioren vor „Dr. Internet“

Ist eine ausländische Pflegekraft das Richtige, wenn man zu Hause nicht mehr alleine klarkommt? Welche Rechte hat ein Patient beim Arzt und im Krankenhaus? Um diese und viele andere Fragen ging es jetzt beim Verbraucherforum 60 + unter dem Thema „Gesund und selbstbestimmt“ im Bischofshof.

Der Seniorenbeirat hatte diese Gemeinschaftsveranstaltung von Landesseniorenvertretung NRW, der Verbraucher-Initiative und des Verbraucherschutz-Ministeriums nach Holzbüttgen geholt. 118 Senioren nahmen daran teil.

Marc Göckeritz vom Verbraucherschutz-Ministerium mahnte, Zusatzleistungen bei Ärzten, die der Patient aus eigener Tasche bezahlen muss, grundsätzlich kritisch zu hinterfragen. Was er beklagte: „Der Arzt tritt zunehmend als Geschäftsmann auf.“ Verbraucherschützerin Sabine Wolter weiß, dass eine ausländische Pflegekraft eine gute Lösung für Senioren sein kann als Alternative zu einer Heimunterbringung. „Man muss sich aber überlegen, ob sie den Ansprüchen gerecht wird, denn es handelt sich in aller Regel nicht um eine Fachkraft und es ist mit Kosten von rund 2500 Euro im Monat zu rechnen“, erklärte die Referentin. Ein weiteres Problem: Es gebe kein Gütesiegel, an dem man sich orientieren könne. Wichtig sei auch, einen Vertrag mit einer Kündigungsfrist für den Fall, dass es mal nicht passt, abzuschließen.

Georg Abel von der Verbraucher-Initiative ging auf die Flut von Informationen im Internet ein. Sein Rat: „Verlassen Sie sich nicht auf Dr. Internet.“ Die bessere Alternative sei ein Arztbesuch, zu dem man einen Fragenkatalog mitnehmen sollte. Gregor Bornes vom Gesundheitsladen Köln hatte sich vorgenommen, das Selbstbewusstsein der Patienten binnen 60 Minuten zu stärken. „Es gibt kein Recht auf eine erfolgreiche Behandlung, aber der Arzt ist verpflichtet, so sorgfältig wie möglich zu behandeln“, erklärte Bornes. Vor Operationen müsse der Patient genügend Bedenkzeit haben, ob er sich tatsächlich auf den OP-Tisch legt oder ob es Alternativen gibt. Ein Aufklärungsbogen sei kein Ersatz für ein Gespräch zwischen Arzt und Patient. Manfred Schmidt, Vorsitzender des Seniorenbeirats, war von der Resonanz überwältigt.

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