Kaarst: UWG plant Grundschule Stakerseite in Holzbauweise

Stakerseite in Kaarst : UWG plant eine Grundschule aus Holz

Geht es nach den Plänen der UWG, wird der Neubau der Grundschule Stakerseite rein aus Holz sein. Dies bringe viele Vorteile mit sich. Nun soll die Verwaltung die Kosten und die Machbarkeit prüfen lassen. Die Stadt schließt nichts aus.

 Im Sommer 2018 hat der Landtag in Nordrhein-Westfalen eine neue Landesbauordnung beschlossen. Diese beinhaltet, dass seit dem 1. Januar 2019 vermehrt Gebäude aus Holz zu errichten seien. Die Kaarster UWG-Fraktion hat nun einen Antrag an den kommenden Bau- und Umweltausschuss gestellt, den geplanten Neubau der Grundschule Stakerseite eben aus Holz zu bauen.

„Holzbau gewinnt von Jahr zu Jahr einen immer größeren Anteil an Bedeutung und wird immer öfter im Neubaubereich, insbesondere auch beim Bau öffentlicher Gebäude, eingesetzt“, heißt es in dem Antrag. So sind in den vergangenen Jahren in Düsseldorf, Moers, Münster oder Bonn zahlreiche Kitas, Schulen oder auch Turnhallen aus Holz gebaut worden. Die Vorteile: Holzbau ist schnell, weil die meisten Teile in einer Werkshalle vorgefertigt können und nachher nur noch zusammengesteckt werden müssen – egal, bei welcher Witterung. Im Hinblick auf das Design gibt es für den Werkstoff nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten, zudem ist Holz ein belastbarer Baustoff. Durch seinen hervorragenden Wärmeschutz schafft er ein angenehmeres Klima und ist somit möglicherweise ein Garant für mehr Wohlbefinden und bessere Leistungen der Schüler. Im Hinblick auf die derzeitige Klimadiskussion vielleicht der größte Vorteil: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der ökologisch neutral ist und somit einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

„Es ist ein Vorstoß. Natürlich muss man die Kosten checken und sich fachliche Meinungen einholen. Aber wenn das alles passt, sollten wir uns bei der Stakerseite für diese Bauweise entscheiden“, sagt UWG-Fraktionsvorsitzende Anja Rüdiger. Ihr Antrag wird nach aktuellem Stand nicht im Bau- und Umweltausschuss, sondern im Betriebsausschuss beraten. „Ich gehe davon aus, dass die Fraktionen der SPD und der Grünen sich damit anfreunden werden“, ist sich Rüdiger über die politische Hilfe der anderen Parteien sicher.

Doch um die Holzbauweise an der Stakerseite durchzusetzen, braucht die UWG zumindest ein paar Stimmen der CDU. Und diese ist ebenfalls nicht abgeneigt. „Das sollte man als Option sicherlich prüfen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Lars Christoph. Allerdings sei der nächste Schritt erst einmal die Festlegung eines Raumprogramms. „Wir sollten uns erst einmal klar werden, was wir bauen, und können danach gucken, wie wir es bauen“, sagt Lars Christoph. Ihm geht es vor allem darum, eine Lösung für die „nächsten Jahrzehnte“ zu finden. Dabei spielt eine kürzere Bauzeit keine Rolle. Die Stadt Kaarst möchte den Neubau der Grundschule Stakerseite in Holzbauweise zumindest nicht ausschließen. „Grundsätzlich wäre das denkbar. Es gibt noch keine abschließende Entscheidung, aber wenn wir uns über die Gestaltung und Architektur unterhalten, werden wir das Thema im Auge behalten und ernsthaft prüfen“, sagt Stadtsprecher Peter Böttner.

Die UWG schlägt vor, einen Vertreter des Landesbetriebes Holz und Wald NRW in den Ausschuss einzuladen, in dem über den Antrag beraten wird. Dieser soll sein fachliches Wissen über die Holzbauweise bereitstellen und vielleicht auch schon mögliche Kosten abschätzen. Denn am Ende könnte es am Geld haken.

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