Kaarst: Unternehmer meldet Firmen wegen 15 Euro Vollstreckungsgebühren ab

Besuch von der Stadt Kaarst : Wegen 15 Euro – Unternehmer meldet Firmen ab

Ein Unternehmer aus Kaarst, der namentlich nicht genannt werden möchte, staunte nicht schlecht, als plötzlich ein städtischer Mitarbeiter vor seiner Haustür stand und 15 Euro Nebenkosten einforderte, die er der Stadt Kaarst noch schulde.

„Ich habe weder eine Mahnung noch einen Brief bekommen, auf dem der Betrag stand, den ich noch bezahlen muss“, erklärt der Unternehmer gegenüber unserer Redaktion. Nachdem er mit der Stadt Emails hin und her geschrieben hatte, zog er einen Schlussstrich. „Ich werde mit meinen Unternehmen woanders hingehen, einige habe ich schon abgemeldet“, sagt er. Nach seinen Angaben gehen der Stadt somit 250.000 Euro Gewerbesteuern flöten.

Auf Nachfrage bestätigte die Stadt, dass ein Mitarbeiter die Kosten bei dem Unternehmer vollstrecken wollte. „Zu diesem Zeitpunkt waren trotz mehrfacher Mahnung und Fristverlängerung Mahngebühren unbezahlt geblieben“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme zu dem Vorfall. Die Vollstreckung sei deshalb nicht nur konsequent, sondern rechtlich notwendig gewesen. „Alle Bürger werden im Sinne des rechtlich vorgeschriebeben Gleichheitsgebot von der Verwaltung gleich behandelt“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Für die Stadt ist das Thema nach Eingang der Zahlung mittlerweile abgeschlossen, weitere Schritte sind nicht geplant. Die Stadt versucht also auch nicht, den Unternehmer vom Standort Kaarst zu überzeugen. Dabei fühlt sich der betroffene Unternehmer in Kaarst eigentlich sehr wohl, wie er sagt. Bleiben will er trotzdem nicht.

(seeg)
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