Kaarst: Ulrike Nienhaus appelliert an Büttgener Bürger

Gespräch mit der MIT in Kaarst : Nienhaus - „Büttgener sollen vor Ort einkaufen“

Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus hat im Gespräch mit der MIT einen Überblick über die Gewerbegebiete und Innenstädte gegeben.

Die Kaarster Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) hatte wie jedes Jahr zum Bürgermeistergespräch eingeladen, und am Montag waren fast so viele Vertreter der Verwaltung wie MIT-Mitglieder anwesend. Der MIT-Vorsitzende Markus befragte Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus und den Verwaltungsvorstand zu den Gewerbegebieten und den Innenstädten.

Netzwerkveranstaltungen Insgesamt 300 Unternehmen wurden angeschrieben, um das Thema Bestandsförderung und Erwartungshaltung an die Wirtschaftsförderung abzufragen. Die Teilnahme war nicht so hoch wie erhofft, „aber wir haben Ergebnisse daraus ableiten können“, sagt Kämmerer Stefan Meuser. Eines ist, dass 85 Prozent der Unternehmer Netzwerkveranstaltungen wie den Erfolgscampus als sinnvoll erachten. Im kommenden Jahr wird es eine neue Form geben. „Wir organisieren im nächsten Jahr eine Folgeveranstaltung des Wirtschaftstreffs“, so Meuser. Das genaue Format soll im Januar vorgestellt werden. Zudem soll es weitere kleine Netzwerkveranstaltungen geben.

Entwicklung Platenhof Das Gewerbegebiet ist mittlerweile weitestgehend erschlossen. „Wir wickeln in drei konkreten Fällen bereits die Grundstücksvermarktung ab“, sagt Meuser. In zwei Fällen wurden bereits Verkaufsbeschlüsse in den städtischen Gremien eingeholt, der dritte wird demnächst folgen. Rund 4000 Quadratmeter sind noch nicht vermarktet. „Aber wir sind zuversichtlich, dass wir das zügig vermarkten können“, so Meuser. In dem Areal sollen sich Kaarster Handwerker ansiedeln, doch ewig wird die Stadt die Flächen nicht reservieren. „Wenn wir mittelfristig keinen Kaarster Unternehmer finden, werden wir auf externe Firmen zugehen“, erklärt Meuser.

Glasfaser-Anschluss In diesem Punkt bereitet das Gewerbegebiet Büttgen der Stadtverwaltung Kopfschmerzen. Denn nicht alle Unternehmen sind bereit, für einen Glasfaseranschluss Geld auszugeben. Und wenn die Deutsche Glasfaser, die in Büttgen die Kabel verlegen soll, nicht genügend Kunden akquiriert, wird sie dort auch nichts verlegen. „Wir müssen hier noch ein bisschen Werbung machen, dass das eine Investition in die Zukunft ist“, sagt Meuser. Anders sieht es hingegen im Gewerbegebiet Kaarst-Ost aus, das im Fördergebiet des Rhein-Kreises Neuss liegt und durch die Telekom abgedeckt wird. Das Kaarster Kreuz dagegen liegt nicht im Fördergebiet, aber dort ist die Kaarster Stadtverwaltung mit der Deutschen Glasfaser im Gespräch und hofft darauf, dass sich zumindest dort genügend Unternehmen finden, die einen Anschluss haben wollen. „Glasfaser gibt es nicht zum Nulltarif. Da müssen die Unternehmen schon Geld investieren“, sagt Ulrike Nienhaus.

Innenstadt-Entwicklung Während die City weiter wächst und es dort keinen Leerstand gibt, ist das Bild in Büttgen ein anderes. „Büttgen ist immer noch nicht lebendig“, so Markus Steins. Allerdings gebe es schon einen Plan, um die Innenstadt attraktiver zu machen. Die „komplizierten und unübersichtlichen Eigentümerverhältnisse“ (Burkhart) müssen aber erst geklärt werden, bevor dort irgendetwas passiert. „Büttgen lebt von den Bürgern, die dort einkaufen. Ich kann nur an die Büttgener appellieren, vor Ort einzukaufen“, so Nienhaus: Vor 50 Jahren wurde der Ortskern saniert und galt als Vorbild für viele andere Kommunen. „Wir müssen jetzt den Mut der Politiker von damals auf die nächsten 20 Jahre übersetzen. Das kann die Stadt aber nicht alleine, da müssen auch die Eigentümer mitspielen“, so Nienhaus abschließend.