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Kaarst: "Türhüter" werden neu gefertigt

Geplantes Kunstwerk in Kaarst : „Türhüter“ werden neu gefertigt

Da eine der vier Holzskulpturen nicht mehr restauriert werden kann, werden alle neu geschaffen. Derweil müssen die „Brücken über dem Nordkanal“ abgeschliffen werden.

Markus Albiez, Vorsitzender des Kunstverein Nordkanal, hatte interessante Neuigkeiten im Kulturausschuss zu berichten: Die vier „Torhüter“ von Wilhelm Schiefer hätten ja eigentlich restauriert werden und dann gemeinsam in einer Blickachse auf dem ehemaligen Sportplatz im Vorster Wald platziert werden sollen. Nachdem sich eine der rund 30 Jahre alten Holzskulpturen als nicht mehr zu restaurieren erwiesen hatte, werden jetzt alle vier Skulpturen neu gefertigt. Den Auftrag wird die Firma Drossard in Jüchen, eine Zimmerei in vierter Generation, die übrigens auch die „Brücken über den Nordkanal“ gebaut hat, ausführen.

 Auf dem Bild ist eine der vier Holzskulpturen des Kunstwerks „Türhüter“ zu sehen. Alle vier müssen neu gemacht werden.
Auf dem Bild ist eine der vier Holzskulpturen des Kunstwerks „Türhüter“ zu sehen. Alle vier müssen neu gemacht werden. Foto: Kunstverein Nordkanal

„Völlig genial“: Markus Albiez freute sich über die Großzügigkeit der Sparkasse Neuss: Die „Brücken über den Nordkanal“, die am 18. Mai vor 13 Jahren eingeweiht worden waren, müssen zum Teil abgeschliffen und neu gestrichen werden – die Arbeiten sollen in diesem Jahr erledigt werden. Die Kosten werden sich auf rund 13.000 Euro belaufen, das Geldinstitut beteiligt sich mit knapp 11.000 Euro. Einen weiteren Zuschuss hat die Regiobahn in Aussicht gestellt. Die Stadt Kaarst wird rund 4000 Euro für die Fundamente der vier Torhüter-Skulpturen zur Verfügung stellen. „Der Bau der vier Skulpturen wird durch Spendengelder finanziert, nur für die Fundamente reicht das Geld nicht“, hatte Markus Albiez zu verstehen gegeben. „Wir hatten bislang immer den Ehrgeiz gehabt, ohne städtische Unterstützung auszukommen“, gestand der Vorsitzende des Kunstvereins Nordkanal.

Die Fraktionen stimmten dem Zuschuss einstimmig zu und als Dreingabe bekam Markus Albiez noch jede Menge Lob und Anerkennung: „Ihr Engagement finde ich wirklich toll, solche Menschen braucht man in der Stadt“, sagte Dagmar Treger (CDU). Marianne Michael-Fränzel (Die Grünen) regte an, auf einer Tafel auf den Bezug zu der Erzählung „Vor dem Gesetz“ von Franz Kafka hinzuweisen. Darin beschreibt der Autor einen Mann, der sich vom „Türhüter“ sein Leben lang den Eintritt verwehren lässt wegen der Prophezeihung, jeder der nachfolgenden Türhüter sei noch mächtiger.

Markus Albiez schwebt statt eines Hinweisschildes eher ein QR-Code vor, mit dem der Hintergrund der „Türhüter“ erklärt werden kann. „Es ist immer wieder toll, wie Sie uns überraschen. Die Qualität der Kunstwerke ist konstant hoch“, lobte Ulrich Orlinski (CDU). Er meinte damit die Brücken über den Nordkanal, die Rosa Waldhütte und den Ampelnistkasten. Am Rande des ehemaligen Vorster Sportplatzes steht das Trafohäuschen, das eigentlich schon längst zum Kunstobjekt hätte umgewandelt werden sollen. „Wir kommen da momentan nicht voran“, erklärte Albiez gegenüber unserer Redaktion.