Kaarst trauert um Monsignore Winfried Pilz

Kaarster Pastor schrieb „Laudato si“: Trauer um Monsignore Winfried Pilz

Von 1990 bis 2000 hat der ehemalige Kaarster Pastor das Leben in Kaarst mitgeprägt. Nun ist er tot.

Winfried Pilz war zehn Jahre lang Pastor in der Stadt Kaarst und hat die katholische Gemeinde mit Hingabe und Einsatz mitgestaltet. Am Samstag ist er in seiner Heimatstadt Görlitz nach langer und schwerer Krankheit gestorben.

Pfarrer Mike Kolb, Personalchef des Erzbistums Köln, äußerte seine Trauer um den Verstorbenen und würdigte ihn als „außergewöhnlichen Prediger“. „Er hat das Altenberger Licht neu aus der Taufe gehoben und es mit anderen jungen Menschen zu einem großen Fest des Glaubens in Deutschland gemacht“, so Kolb weiter. Die katholische Kirche verliere mit Pilz einen „tiefgläubigen Seelsorger“.

Winfried Pilz kam im Jahr 1990 als Pastor nach Kaarst. Eine ureigene Aufgabe des katholischen Priesters war das Verwandeln des Bestehenden. Das hat Pilz stets mit ansteckender Begeisterung getan. So schuf er als Pfarrer der Gemeinde Sankt Martinus das Symbol des „Kaarster Kreuzes“: ein modernes Vortragekreuz, das Christus mit dem geteilten Mantel des heiligen Martin vor dem stilisierten Autobahnkreuz zeigt. Zuvor hatte er 18 Jahre lang als Jugendseelsorger im Haus Altenberg gearbeitet. Gleichzeitig war er Diözesanjugendseelsorger des Erzbistums Köln, danach Referent im Jugendhaus Düsseldorf. Nach seiner Zeit in Kaarst ging er im Jahr 2000 als Präsident zum Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ nach Aachen, ehe Pilz von 2010 bis 2012 Seelsorger der Deutschsprachigen Katholischen Gemeinde Prag war.

Nach dem Ende seiner geistlichen „Karriere“ zog sich Winfried Pilz in seine nordböhmische Heimat nach Leutersdorf an die tschechische Grenze zurück. Im Jahr 2016 kam er allerdings noch einmal nach Kaarst zurück, um sein goldenes Priesterjubiläum zu feiern. Im Jahr 1966 hatte er die Priesterweihe gefeiert. Am 9. März wird Pilz in Schönborn beigesetzt. Pilz war ein Gestalter, ein Macher – aber genauso ließ er Dinge geschehen. Als Jugendseelsorger, so erzählte er es selbst, leitete er in Italien Anfang der 1970er Jahre eine Meditation, als im Geschoss darüber eine andere Jugendgruppe begeistert und dauerhaft die Melodie von „Laudato si“ auf der Gitarre klampfte. Statt sich über die gestörte Ruhe zu mokieren, ließ sich Pilz von der Begeisterung anstecken. Kurz darauf, vor dem 750. Todestag des heiligen Franziskus, textete er eine deutsche Version des Liedes – die ein voller Erfolg wurde.

Die Stadt Kaarst trauert um ihren ehemaligen Pastor. „Pfarrer Pilz hat die Herzen und Köpfe der Kaarster erreicht. Er hat mit Wort und Tat in Kaarst seine Spuren hinterlassen und ist bis heute durch seine Musik ein fester Bestandteil des Kaarster Gemeindelebens“, sagt Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus. Noch am vergangenen Sonntag hat die Kaarster Gemeinde bei der Familienmesse das Lied „Ich glaub an einen Gott, der singt“ aus der Feder von Winfried Pilz angestimmt.

Pilz war zehn Jahre lang Präses der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Kaarst. Diese wird ihn immer in Erinnerung behalten. „Ich war geschockt, als  ich das gehört habe. Winfried Pilz war immer mit Leib und Seele dem Brauchtum verbunden, für ihn war es nicht nur einfach ein Amt“, sagte Präsident Claus Schiffer. 2006 war Pilz Schirmherr des Bundesschützenfestes, das damals in Kaarst stattfand. Im vergangenen Jahr war er Gast vom Schützenkönig Dirk Andreas, der unter Pilz Messdiener war.

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