Hundetrainer aus Vorst Ein Personal-Trainer für Mensch und Hund

Vorst · Michael Kronenberg arbeitet als Hundetrainer. Der 58-Jährige hatte allerdings bis 2011 keinen eigenen Hund. Doch dann kam Fiete – und Kronenberg fand eine neue Berufung.

 Hundetrainer Michael Kronenberg mit seiner Lebensgefährtin Kerstin Klann und den beiden Hunden Fiete (10, l.) und Kara (4).

Hundetrainer Michael Kronenberg mit seiner Lebensgefährtin Kerstin Klann und den beiden Hunden Fiete (10, l.) und Kara (4).

Foto: Georg Salzburg (salz)

(seeg) Auf den Hund gekommen ist Michael Kronenberg erst im Jahr 2011. Damals kam der Parson-Russel Fiete als acht Wochen junger Welpe zu ihm. Das war der Startschuss, der Kronenbergs Leben veränderte.

Der gelernte Industriekaufmann machte 2014 eine Ausbildung zum Hundetrainer beim Schulungszentrum „Ziemer & Falke“. Ein Jahr später erhielt er von der zuständigen Behörde die Erlaubnis, als Hundetrainer arbeiten zu dürfen. „Ich hatte noch keinen Tag das Gefühl, zur Arbeit zu fahren. Es ist meine Berufung“, sagt der 58-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion.

Sein Schwerpunkt liegt auf verunsicherten und verängstigten Hunden. „Denen helfe ich am liebsten“, sagt er. Aber auch normales Welpen- und Alltagstraining bietet er an. „Wenn man sich dazu entscheidet, Hundetrainer zu werden, muss man sich im Klaren, sein, dass man auch mit Menschen zu tun hat.“

In Einzelstunden versucht er, die Verhaltensauffälligkeiten des Hundes zu analysieren und Lösungen zu finden. Die häufigsten Probleme, die Hundehalter mit ihren Tieren haben, sind Leinenprobleme. „Sehr häufig ziehen die Hunde sehr stark oder werden an der Leine aggressiv bei einer Begegnung mit einem anderen Hund“, so Kronenberg. Die meisten Leinenprobleme würden im Wohnzimmer anfangen. „Wenn sich ein Hund an seinem Halter orientiert, würde er sich draußen nach seinem Herrchen umdrehen und nicht ziehen“, beschreibt der Hundetrainer.

Auch Bellen bei Aufregung oder bei Besuch komme häufig vor. Vor allem die Aufregung bei Hunden habe in der Corona-Pandemie stark zugenommen, beobachtet Kronenberg. „Es ist eine schwierige Zeit für Hunde, weil sie nicht verstehen, dass die Menschen immer zu Hause sind. Das ist für einen Hund unnatürlich“, sagt er. Die Menschen würden vergessen, ihren Hunden eine gewisse Distanz beizubringen.

Für Menschen, die sich einen Hund anschaffen wollen, hat Kronenberg ein paar Tipps parat. „Man sollte sich vorab aufschreiben, wie der Hund sein soll, welche Eigenschaften er haben muss“, sagt Kronenberg. Die Wahl für einen Hund sollte nicht mit dem Herzen, sondern mit dem Kopf getroffen werden. Wünschen würde er sich, dass NRW von den Rasselisten wegkommt, also dass Hunde nicht mehr rassebedingt als gefährlich eingestuft werden. Beispiele sind Rottweiler oder Bullterrier. In Niedersachsen beispielsweise sei bereits vor Jahren erkannt worden, dass kein Hund von Geburt an potenziell gefährlich ist. Vielmehr sollte ein Hundeführerschein eingeführt werden, mit dem die Fachkompetenz der Halter nachgewiesen wird.

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