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Kaarst: Strommast beeinflusst Matthiasstein im Tönisfeld

Wegekreuze in Kaarst : Strommast beeinflusst Matthiasstein

Der Matthiasstein im Tönisfeld, unweit der Gärtnerei Hoevels, wurde 1989 aufgestellt. Er ist einer der neueren Gedenksteine in Kaarst. Über dem Platz verläuft künftig Strom.

Der damalige Pfarrer Franz Lurz segnete diesen Stein am 11. Oktober 1989 ein. Die Aufstellung initiiert hatte Anton Robertz, Landwirt und Inhaber des Robertzhofs in unmittelbarer Nachbarschaft des heutigen Standortes. Robertz ist zudem Mitglied der Matthiasbruderschaft, die sich um die Pflege dieses Steins kümmert – genau wie um die Pflege des Hagelkreuzes, des Matthias-Bildstocks in der Vogelsiedlung und den neuen Bildstock des „guten Hirten“ an der Alten Landwehr. Mitunterstützer bei der Aufstellung waren die Nachbarfamilien im Tönisfeld: Beyer, Hoevels, Knoch, Pflipsen und Weyen.

 Der Matthiasstein dient im Wechsel als Etappe für Trier-Pilger.
Der Matthiasstein dient im Wechsel als Etappe für Trier-Pilger. Foto: Josef Johnen

Der Stein steht auf „Kirchenland“ und ist somit in Besitz der Kirchengemeinde. Im Wechsel mit dem Girmeskreuz und dem Matthias-Bildstock ist der Matthiasstein Zielpunkt der ersten Etappe der jährlichen Trierwallfahrt am Samstag zu Christi Himmelfahrt. Von dort aus werden die Pilger mit dem Bus abgeholt und Richtung Köln gefahren. Das passt, weil die Autobahn nur eine kurze Strecke von der Autobahn entfernt im Feld zu finden ist. Der Stein steht auf einem geräumigen Platz, für den die Raiffeisenbank ebenfalls 1989 eine Bank zum Verweilen gestiftet hat. Robertz war damals im Vorstand der Raiffeisenbank. „Es ist ein schöner, großer Platz, die Trauerbirke sorgt im Sommer für viel Schatten“, erklärt Josef Johnen, der die Geschichte der Kaarster Wegekreuze recherchiert hat. Insgesamt, so Johnen, gibt es 14 historische Gedenkstationen, die um Sankt Martinus liegen.

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Gestört wird der Ort allerdings durch einen neu aufgestellten Strommast des Netzbetreibers Amprion. Die Trasse verläuft genau über dem Stein. Der über dem Gedenkstein verlaufende Strom ist eine Beeinträchtigung für all diejenigen, die an diesen Platz für ein kurzes Gebet oder auch nur zum Verweilen kommen. Mitten im Feld eignet sich der Platz als Rastmöglichkeit bei Fahrradtouren. Hinter dem Stein ist der Verein „Culture without Borders“ um den wegen Betrugs verurteilten früheren Kunstberater Helge Achenbach beheimatet.