Kaarst: Stadt warnt vor Kanalhaien

Betrüger in Kaarst unterwegs: Stadt und Polizei warnen vor Kanalhaien

In Kaarst wird von unseriösen Unternehmen versucht, private Hausbesitzer zu betrügen.

Sie rufen wahllos an oder kommen direkt vorbei: sogenannte Kanalhaie. Unseriöse Unternehmen, die private Hausbesitzer prellen wollen, indem sie vorgeben, im Auftrag der Stadt die Abwasserleitung überprüfen zu müssen. Aber Vorsicht: Die Stadt Kaarst hat keinem Unternehmen diesen Auftrag erteilt. „Die Stadtverwaltung empfiehlt allen Immobilienbesitzern, ein solches Angebot zurückzuweisen. Häufig handelt es sich dabei um unseriöse Unternehmen, die eine minderwertige oder gar nicht erbrachte Leistung berechnen wollen“, teilt Stadtsprecher Peter Böttner mit. Die Prüfung darf nur von anerkannten Sachkundigen durchgeführt werden. „Die zuständigen Mitarbeiter der Stadt Kaarst stehen den Bürgern gerne beratend zur Seite“, so Böttner weiter. Der Polizei liegen derzeit allerdings keine Ereignisse zu betrügerischen Kanalhaien in Kaarst vor.

Das Vorgehen der Kanalhaie ähnelt anderen Betrugsversuchen: Sie wollen einen schnellen Auftrag des Hausbesitzers bekommen und fordern hohe Rechnungen. Ihre Opfer sind oft ältere Menschen – genau wie beim Enkeltrick oder falschen Handwerkern. Erst diese Woche haben solche Betrüger wieder in Leverkusen zugeschlagen. Am Montag durchsuchte ein Mann fast eine Stunde lang die Wohnung einer 90 Jahre alten Seniorin und erbeutete eine fünfstellige Geldsumme. Der Mann gab vor, die Heizungen in der Wohnung ablesen zu wollen und sagte der Frau, dass es etwas länger dauern könnte. Die Rentnerin setzte sich in die Küche und wartete, bis der Betrüger sein Werk verrichtet hatte – um dann festzustellen, dass er nicht nur an der Heizung, sondern auch an ihren Schränken „gearbeitet“ hatte.

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Deshalb warnt die Polizei jetzt davor, fremde Menschen ins Haus zu lassen. Vor allem dann, wenn vermeintliche Handwerker unangemeldet vorbeischauen. Kanalhaie locken oft mit Schnäppchenpreisen von unter 100 Euro für die Prüfung der Leitungen. Doch je nach Länge kostet eine solche Prüfung mindestens die dreifache Summe. Den Betrügern geht es nur darum, schnell an Geld zu kommen und sich dann wieder aus dem Staub zu machen. Meist setzen sie die Hausbesitzer auch unter Druck. Die Betrüger bauen ein Schreckensszenario auf und erklären, dass das Rohr jederzeit platzen könne, wenn es nicht geprüft wird. Oder dass der Keller voller Wasser läuft. Die Polizei rät dazu, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und niemals Bargeschäfte an der Haustür abzuwickeln.

„Wenn man Bedarf hat, sollte man sich den Geschäftspartner auf jeden Fall selber aussuchen“, sagt Polizeisprecherin Daniela Dässel auf Anfrage. Außerdem sollte man sofort die Polizei anrufen, wenn es den Verdacht gibt, dass jemand in betrügerischer Absicht handelt. Letzter Tipp: Bevor Handwerker ins Haus kommen, sollten Kunden im Internet recherchieren, ob es das Unternehmen wirklich gibt und wie die Bewertungen ausfallen. Das gilt nicht nur für Kanalhaie, sondern auch für alle anderen Handwerker mit betrügerischer Absicht.

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