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Kaarst: Stadt verabschiedet Präventionskonzept gegen Gewalt

Umgangston wird rauer : Stadt Kaarst verabschiedet Präventionskonzept gegen Gewalt

Immer wieder werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kaarster Stadtverwaltung verbaler, selten auch körperlicher Gewalt ausgesetzt. Der Umgangston ist rauer geworden, die Aggressionsbereitschaft steigt.

„Es ist daher unsere Pflicht, unsere Mitarbeiter bestmöglich auf diese Situationen vorzubereiten“, sagt Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus. Im neuen „Sicherheitskonzept Gewaltprävention“ werden Sicherheitsstandards für die unterschiedlichen Bereiche definiert und Handlungsempfehlungen für schwierige Situationen gegeben.

„Unser Maßnahmenpaket setzt auf Prävention und Deeskalation. Dafür schulen wir unsere Mitarbeiter insbesondere im Umgang mit Konflikten. Das Ziel ist, dass sich die Kolleginnen und Kollegen auch in eskalierenden Situationen professionell verhalten und in erster Linie die eigene Sicherheit im Blick behalten“, sagt der Bereichsleiter für Personal und Organisation, Erwin Kronenberg. Beleidigungen erfordern demnach andere Strategien als mögliche Angriffe mit Waffen. Die Schulungen zielen deshalb auf lageangepasste Reaktionen ab.

Unabhängig vom persönlichen Verhalten der Mitarbeiter wurden weitere Sicherheitsstandards festgelegt. Dazu gehören etwa die Büroeinrichtung, Fluchttüren, Zugangskontrollen, Alarmierungsmöglichkeiten und die Einbindung von Sicherheitsdiensten. Der Außendienst ist bei kritischen Terminen grundsätzlich als Duo unterwegs. „Uns ist es wichtig, dass wir die Kollegen auch in der Folge eines traumatischen Erlebnisses nicht alleine lassen. Deshalb gehört die begleitete Aufarbeitung von kritischen Situationen ebenfalls zu unserem Konzept“, sagt Simone Swarat, Personalratsvorsitzende der Verwaltung. Ulrike Nienhaus macht deutlich, dass das Konzept auch als Signal nach außen verstanden werden soll: „Ich fordere einen respektvollen Umgang mit den städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein. Beleidigungen und körperliche Angriffe werden wir nicht tolerieren und konsequent zur Anzeige bringen.“

(NGZ)