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Kaarst: Stadt unterstützt Amphibienschutz

5000 Euro für Krötenzäune : Stadt unterstützt Amphibienschutz

5000 Euro werden für das Material für die Krötenschutzzäune in den Haushalt eingestellt. An der L390 muss eine Lösung mit Straßen.NRW gefunden werden.

Das wird die ehrenamtlichen Helfer, die sich um den Schutz der Amphibien an der Broicherseite kümmern, freuen: Die Stadt stellt jährlich 5000 Euro für das Material für Krötenschutzzäune in den Haushalt ein. Ein entsprechender Antrag der Grünen-Fraktion wurde im Umweltausschuss angenommen. An der Broicherseite überqueren jährlich rund 6000 Amphibien die Straße, um von ihrem Winterquartier an den Kiessee zum Laichen zu wandern. Auf einer Strecke von zwei Kilometern kümmert sich seit 20 Jahren die Nabu-Ortsgruppe Kaarst mit Hilfe von Bürgern von Februar bis April darum, dass die Tiere nicht überfahren werden. Bis 2019 wurden die Amphibien – Erdkröten, Molche und Frösche – auf der Straße aufgesammelt, seit 2020 greifen die Ehrenamtler auf einen rund 900 Meter langen Schutzzaun, der vier Schwerpunkte abdeckt, sowie Auffangkisten zurück. In den vergangenen beiden Jahren wurde das Material für diesen Schutzzaun durch Spendengelder finanziert. Das kann allerdings nicht mehr in dieser Form geleistet werden. Ab 2023 will die Stadt mit 5000 Euro den Aufbau des Zauns gewährleisten. 

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Heiner Hannen (Die Grünen) bedankte sich dafür. „Genau so haben wir uns das vorgestellt“, sagte er. David Engelbrecht (FDP) wollte von der Verwaltung wissen, ob die Mittel nur für den Aufbau des Zauns gedacht sind oder Personalkosten hinzukommen würden. „Wir gehen davon aus, dass es sich nur um Materialkosten handelt“, erklärte die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart. Die Stadt habe deshalb keinen Beschlussvorschlag vorgelegt, weil es einen eindeutigen Beschluss aus dem Finanzausschuss gebe, im Hinblick auf die Haushaltskonsolidierung auf freiwillige Leistungen zu verzichten. „Wir sind in der Klemme zwischen freiwilliger Leistung und Amphibienschutz“, so Burkhart.

An der L390 überqueren ebenfalls jedes Jahr Amphibien die Straße, dort sind es etwa 1000 pro Jahr. Seit über 20 Jahren wird ein mobiler Schutzzaun von zwei Ehrenamtlern im Bereich des Kaarster Sees aufgestellt und instand gesetzt. In diesem Jahr haben sich die Ehrenamtler ein letztes Mal dazu bereit erklärt, die Arbeit zu übernehmen, danach ist Schluss. Die Lösung klingt einfach: Der Landesbetrieb Straßenbau NRW ist für diese Landstraße zuständig und soll im Zuge der Decken- und Radwegesanierung eine dauerhafte Amphibienschutzanlage bestehend aus einem Zaun und mehreren Straßendurchlässen installieren. Geplant ist, dass die Arbeiten Ende 2022 oder im April/Mai 2023 beginnen.