Kaarst: Stadt sucht Zeitzeugen der Wende zum Tag der Deutschen Einheit

Tag der Deutschen Einheit in Kaarst: Stadt sucht Zeitzeugen der Wende für Festakt

Menschen, die nach dem Mauerfall nach Kaarst gekommen sind, sollen am 3. Oktober 2019 ihre Geschichte erzählen.

In den ersten beiden Jahren nach dem Mauerfall am 9. November 1989 verließen rund 800.000 Menschen die DDR. Einige von ihnen fanden in Kaarst eine neue Heimat. „Ganz sicher hatten diese Menschen die Stadt Kaarst nicht zwingend als künftige Heimat im Blick, als sie die DDR verließen. Aber für viele ist Kaarst genau dies geworden: eine neue Heimat“, sagt Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus. Im kommenden Jahr will die Stadt diese Geschichte am Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober feiern. Im Mittelpunkt der Feier sollen die Menschen stehen, die vor 30 Jahren in Kaarst einen Neuanfang wagten.

Allein für das Jahr 1989 verzeichnet das städtische Archiv mehr als 200 DDR-Bürger, die sich registrieren ließen. Dieter Güsgen, Leiter des Bereichs Kultur und Stadtmarketing, war damals im Sozialamt unter anderem für die Auszahlung des Begrüßungsgeldes zuständig. Er erinnert sich: „Zum Jahresende 1989 nahm der Zuzug aus der DDR immer mehr zu. Teilweise bildeten sich lange Schlangen vor unserem Büro. Das Begrüßungsgeld war aber nur eine Geste. Weitaus wichtiger war die Frage, wie wir Wohnraum für die Menschen finden können.“ Schon damals setzte die Stadt auf eine dezentrale Unterbringung. „Wir haben Mietwohnungen gesucht, entsprechende Aufrufe in der Presse lanciert und die kurzfristigen Probleme nach und nach in den Griff bekommen“, sagt Güsgen.

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Die „Übersiedler“, wie man die legal eingereisten DDR-Bürger in der Bundesrepublik nannte, leben heute teilweise in zweiter und dritter Generation in der Stadt. Bei der Einheitsfeier im kommenden Jahr sollen sie Gelegenheit bekommen, ihre persönliche Geschichte zu erzählen. „Wir rufen deshalb alle Kaarster auf, die in zeitlicher Nähe mit dem Mauerfall aus der DDR nach Kaarst gekommen sind, sich bei uns zu melden. Auch wir in Kaarst haben unsere eigene Geschichte der Deutschen Einheit geschrieben. Diese wollen wir erzählen“, sagt Ulrike Nienhaus.

(NGZ)
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