Kaarst: Sportvereine sollen künftig enger kooperieren

Dialog bei der SG Kaarst : Sportvereine sollen enger kooperieren

Vertreter aus Politik und Verwaltung haben sich zur Podiumsdiskussion bei der SG Kaarst getroffen. Das Ergebnis: Der Wunsch nach mehr Kommunikation der Vereine untereinander und mit dem Stadtsportverband.

Rund 12.000 Mitglieder sind in Kaarst sportlich in Vereinen organisiert. Es herrscht ein großes Interesse an Sportstätten und deren Nutzung durch Schul-, Vereins- und Seniorensport. Zu diesem und anderen Themen hat die SG Kaarst als größter Sportverein am Mittwoch zum ersten sportpolitischen Dialog eingeladen. Ziel war es, „Politik und Verwaltung komplett zu versammeln“, wie SG-Präsident Heinz Wieland sagte. Die bisherigen Gespräche verliefen seiner Meinung nach ergebnislos.

Der Einladung  zur Podiumsdiskussion sind  Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus, der erste Beigeordnete Sebastian Semmler, Sportausschussvorsitzender Ingo Kotzian, Lars Christoph (CDU), Anneli Palmen (SPD), Günter Kopp (FDP), Einar Rasmussen (Grüne), Axel Volker (Vorsitzender Stadtsportverband), Andreas Warnt (Vorsitzender SG Kaarst), Ellen Mix (Sportausschussvorsitzende SG Kaarst) und Wieland gefolgt. Die Moderation übernahm Dirk Reuter, Pressesprecher des Justizministeriums. Zwei Stunden waren für die Diskussion über die vier Themenkomplexe eingeplant: die aktuelle Situation des Sports, Zustand der Sportstätten, die Umsetzung des Sportentwicklungsplans sowie die Hallennutzung und die Zukunft des Sports in der Stadt. Eine Diskussion, die vorab schon für Verwunderung und Kritik sorgte. Die Themen wurden oder würden noch in den entsprechenden Ausschüssen und Gremien beschlossen, meinte Axel Volker. Während der Podiumsdiskussion stellte Günter Kopp die Frage, ob die SG Kaarst nur für sich oder für alle Vereine in Kaarst spräche. Die aktuelle Situation des Sports in Kaarst wurde von Heinz Wieland und Andreas Warnt als „gut“ befunden. Ein Kritikpunkt sind die Sportstättennutzungsgebühren, die aus Wielands Sicht „unwirtschaftlich“ seien. Diesem Punkt schloss sich Anneli Palmen (SPD) an. Man könne die Gebühren „abschaffen“. Sollten diese Einnamen (28.000 Euro im Jahr 2018) wegfallen, müssen sie durch andere Mittel kompensiert werden. Die Gesprächsbereitschaft von Verwaltung und Politik sei da, erklärte der CDU-Vorsitzende Lars Christoph.

Bemängelt wird der Zustand der Sportstätten. Duschen seien in schlechtem Zustand und die Hallen und Umkleiden verschmutzt, erklärte Ellen Mix. Aus dem Publikum wird der Leichtathletikplatz am Kaarster See erwähnt, welcher ebenfalls erneuert werden müsse. Zudem kam das Thema Hallenzeiten zur Sprache. Die Abteilung Leichtathletik bekäme keine Hallenzeiten im Winter. Es gibt „mehr Nutzungswünsche als Kapazitäten“, fasste Sebastian Semmler die Problematik zusammen. Darunter fallen auch Schulsport und Seniorensport. Für die Verteilung der Hallenzeiten sollen die Vereine an einen Tisch kommen. Der SSV kann als Vermittler dienen.

Überhaupt sollen Vereine sich mit Problemen direkt an den SSV wenden, sagte Ingo Kotzian. „Die Transparenz ist da“, erklärte er, der Sportausschuss sei öffentlich, es würde nur niemand kommen.  Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus ergänzte, dass es keine „Hinterzimmerpolitik“ gibt und lädt die Vereine und Sportler zum Dialog ein.  Für die Zukunft wünscht sie sich eine „Sportgemeinschaft“ in Kaarst, eine Zusammenarbeit der Vereine. Denn in einem Punkt sind sich alle einig: Sport in Kaarst hat eine Zukunft.

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