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Kaarst: SPD irritiert über Pläne zur Stadtpark-Erweiterung

Pläne für Stadtmitte in Kaarst : SPD irritiert über Pläne zum Stadtpark

Die Diskussion über die Erweiterung des Stadtparks hat begonnen. Währen sich die SPD fragt, warum sich die vorgelegten Pläne kaum unterscheiden, sehen CDU und FDP Verbesserungsbedarf beim Parkraum.

Die politischen Ränkespiele zur Erweiterung des Stadtparks sind eröffnet, die Fraktionen haben die geplante Maßnahme untereinander und mit Anwohnern diskutiert. Für die SPD ergibt sich daraus eine Reihe von Fragen. Irritiert zeigen sich die Sozialdemokraten darüber, dass sich die drei von der Verwaltung vorgelegten Pläne ähneln.

„Die verschiedenen Varianten sind kaum zu unterscheiden und echte Alternativen stehen nicht zur Auswahl. Da drängt sich die Frage auf, welche Vorgaben den Planern gemacht wurden, die offensichtlich kaum Spielraum lassen“, erklärt die planungspolitische Sprecherin Anja Weingran. Auch SPD-Bürgermeisterkandidat Lars Kuhlmeier sieht Verbesserungsbedarf: „Eine gute, aber auch sichere verkehrliche Anbindung der einzelnen Bereiche muss auch weiterhin gewährleistet sein“, sagt er.

Die Stadt erklärt auf Anfrage, dass sie dem Planungsbüro „sehr konkrete Vorgaben hinsichtlich der Ausgestaltung des Planentwurfs“ gemacht habe. Ziel sei es, die Parkfläche zu vergrößern und die Stellplätze in der Innenstadt zu halten. „Diese Vorgaben wurden nach Ansicht der Verwaltung umgesetzt“, erklärt Stadtsprecher Peter Böttner. Rund 3000 Quadratmeter zusätzliche Grünfläche  sind geplant, der Stadtparksee soll vergrößert werden. Nach den Entwürfen rücken die Parkplätze an der Pestalozzistraße auf das Grundstück der Grundschule Stakerseite. „Kein Stellplatz geht verloren“, so Böttner. Der VHS-Parkplatz soll einer Multifunktionsfläche weichen, die Stellplätze sollen in einer Parkpalette zentralisiert werden.

Genau das kritisieren CDU und FDP. „Die Konzentration zusätzlicher Parkplätze im Bereich der Straße Am Schulzentrum aufgrund der dort und auf der Heinrich-Hertz-Straße ohnehin bereits unübersichtlichen verkehrlichen Situation ist nicht überzeugend“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende und Bürgermeisterkandidat Lars Christoph. Er sorge sich, dass die SPD auch dort eine teilweise Bebauung bisheriger Freiflächen in Betracht zieht. „Eine Bebauung der  Stadtparkflächen wird es mit mir nicht geben!“, so Christoph.

Laut SPD muss eine Bebauung mit bezahlbaren Wohnungen „auf jeden Fall berücksichtigt werden“. Die FDP sieht großes Potenzial in den Plänen, warnt aber gleichzeitig vor einer schnellen Entscheidung: „Ein Hopplahopp wäre der Sache nicht zuträglich“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Günter Kopp.

Bürgermeisterkandidatin Ursula Baum macht sich Gedanken um die Parkplatzgestaltung, schließlich würde eine Umgestaltung das Stadtbild für die nächsten Jahrzehnte prägen. Die Neuordnung der Parkplätze sei noch nicht optimal.

Nina Lennhof, Bürgermeisterkandidatin der Grünen, befürwortet die Verlegung der Parkplätze. „Parkpaletten sind die schonendste, nachhaltigste und flexibelste Lösung für den Erhalt von Parkflächen bei möglichst wenig Flächenversiegelung“, sagt sie.

In einem Punkt sind sich alle einig: Eine Erneuerung des Stadtparks ist notwendig. „Der Stadtpark dient als Erholungsraum, Veranstaltungsort, Kunst- und Kulturraum und als Spielfläche. Er ist die grüne Lunge unserer Stadt und Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Zudem ist ein belebter  Stadtpark ein  Standortfaktor für den Wohn- und Wirtschaftsstandort Kaarst“, sagt Böttner.