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Kaarst: Sorgen um Menschen am Rande der Gesellschaft

Integrationsmentorin aus Kaarst : Sorgen um um Menschen am Rande der Gesellschaft

Die Corona-Pandemie hat die Missstände in der Gesellschaft wie unter einem Brennglas deutlich bloßgelegt. Eine Kaarster Integrationsmentorin ist in großer Sorge um Menschen am gesellschaftlichen Rand.

Bouchra El Maazi, in Kaarst lebende selbstständige Integrationsmentorin, sorgt sich besonders um Menschen, denen es schon vor der Krise in finanzieller, gesellschaftlicher und gesundheitlicher Hinsicht schlecht ging: „Menschen werden ärmer, einsamer und psychisch labiler. Kinder und Jugendliche verlieren ihre gerade gewonnene und gebildete Persönlichkeit. Wann bekommen diese Menschen in diesem Land eine Stimme oder ein entsprechendes Konzept?“, fragt die Mutter von vier Töchtern.

Durch ihr telefonisches Angebot des „Pan-Cafés“ bekomme sie viel von den Sorgen der Menschen mit. Ihren Blick lenkt sie auf alle Gruppen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund. Als Beispiel nennt sie die Alleinerziehenden, die zwischen Homeschooling, Kinderbetreuung und eigener Arbeit „rotieren“ müssen. Das soziale Netzwerk habe sich oft zurückgezogen. Ein Kinderbonus und Aufstockung von Krankheitstagen helfen da nicht, das „Abstrampeln im Hamsterrad“ gehe weiter.

El Maazi bemängelt auch die ständig neuen Konzepte, angefangen von Hygienemaßnahmen über Lockerungen bis hin zu den Schulöffnungen und -schließungen: „Dafür fehlt das logische Verständnis“, meint sie. Und Kindern und Menschen mit Einschränkungen seien diese ständig wechselnden Maßnahmen schon gar nicht zu erklären. Ihrer Ansicht nach klafft die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander, wenn Geld in die Wirtschaft gepumpt wird, das aber bei kleinen Solo-Selbstständigen fehle.

Bouchra el Maazi meint: „Ich würde mich freuen, wenn man die Krise nutzen würde und nachhaltige Konzepte für die Menschen entwickelt, die es am dringendsten brauchen: die Menschen am Rande unserer Gesellschaft!“ Sie setzt auf Förderung der Digitalisierung mit neuen Arbeitsplatzmöglichkeiten und wünscht sich eine Art Wegweiser, um Menschen wie Alleinerziehenden Hilfsangebote besser aufzeigen zu können.