Kaarst: So war das Schützenfest 2019 in Vorst

Brauchtum in Kaarst : Vorst krönt das Schützenfest-Jahr

Beim letzten Schützenfest im Stadtgebiet sollten sich die Wetter-Befürchtungen nicht bewahrheiten. König Reiner schmiedet bereits Zukunftspläne. Die Verantwortlichen freuen sich über einen Bewerber beim Vogelschuss.

So richtig überraschend ist es längst nicht mehr, dass das letzte Schützenfest im Stadtgebiet hervorragend besucht ist. Das ist bis jetzt nicht anders. In Vorst wird ausgelassen gefeiert und Schützenkönig Reiner Jülich ist hellauf begeistert. Präsident und Brudermeister Thomas Schröder kann aufatmen: Gerd Dicks, Sprecher der St.-Eustachius-Schützenbruderschaft, verriet in Bezug auf den Königsvogelschuss, der am Montag gegen Mittag auf dem Programm steht, so viel: „Ich glaube, sagen zu können, dass es einen Bewerber geben wird.“

Das Fest begann pünktlich um 14 Uhr mit Musik und Böllerschüssen. Und im Gegensatz zum vergangenen Jahr läuteten auch wieder die Kirchenglocken. Eine halbe Stunde später war der stellvertretende Brudermeister Franz Geers – er feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bruderschaftsjubiläum – umringt von Kindern, deren Eltern und Großeltern. Der Grund: Bei ihm gab es die beliebten Lebkuchenherzen und Gratis-Chips für die Kinderkarussells; die Nachfrage war wieder enorm. Raupe und Autoscooter: Für die Jugendlichen und Erwachsenen gab es wieder diese beiden Klassiker.

Bereits am Freitag hatten viele Züge die Maien gesetzt und bis in den frühen Morgen hinein gefeiert. Beim Großen Zapfenstreich auf dem Kirchenvorplatz wirkten alle fit und vor allem diszipliniert: Man hätte eine Stecknadel fallen hören können während dieser festlichen Zeremonie, die immer der erste Höhepunkt des Vorster Schützenfestes ist. Das Bundesmusikkorps Kleinenbroich und „In Treue fest Grefrath“ spielten beziehungsweise zelebrierten den Zapfenstreich. Schützenkönig Reiner Jülich freute sich am Samstagabend vor allem darüber, dass die Meteorologen mit ihrer Wettervorhersage gründlich daneben lagen: Ihnen zufolge hätte es fast ausnahmslos regnen sollen. Stattdessen sollte kein einziger Regentropfen fallen.

Sonntag hatte sich das Königspaar zum Königstanz den Song „Wie eine Familie“ ausgesucht – das passt, denn der Familienzusammenhalt bei den Jülichs ist enorm. Der König freut sich, Einblick in die Vorstandsarbeit gewonnen zu haben – dem Vorstand gehört er in seiner Eigenschaft als Majestät zwei Jahre lang an. „Ich würde anschließend gerne irgendein Vorstandsamt annehmen wollen“, erklärte Jülich. Er gehört dem Jägerzug Heideröschen an, der jetzt sein 100-jähriges Jubiläum feiert. Königin Gabi hat ihre Scheu davor, im Mittelpunkt zu stehen, längst abgelegt. Was sie besonders beeindruckt hat, waren die Kindergarten-Kinder mit ihren selbstgebastelten Kronen und den leuchtenden Augen, die das Königspaar letzte Woche besucht hatten. Kein Schützenfest ohne Ehrungen und Auszeichnungen. Gleich 14 Schützen feiern in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bruderschaftsjubiläum. Das Silberne Verdienstkreuz bekamen Martin Amann, Stephan Dohrmann, Rainer Fank und Willi Schulte als aktive Schützen und Erich Niemeier als passives Mitglied – er ist bekannt als begnadeter Residenzen-Bauer – verliehen. Über den Hohen Bruderschaftsorden freuten sich Reiner Kannen, Dirk Kaumanns und Christian Losch. Die höchste Auszeichnung, die jetzt verliehen wurde, das St.-Sebastianus-Ehrenkreuz, ging an Heinz-Martin Schmidtke und Roland Stenmann. Über den Jugend-Verdienstorden in Bronze freut sich Jannik Gedack.

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